1. TV-Tip: 29.01., 19:30 Uhr ZDF #1
    ElCattivo

    Standard TV-Tip: 29.01., 19:30 Uhr ZDF

    Eine Dreiviertelstunde "Faszination Erde" über Venezuela.

    Und zur Einstimmung schon mal eine kleine Geschichte darüber, was der Redakteur dort lustiges erlebt hat. Erst mal scheiße, aber wenn einem so was passiert, hat man wenigstens für den Rest seines Lebens immer ne nette Story auf Lager. 8)


    Allein unter "Folterknechten"

    Joachim Bublath wurde in einem venezuelanischen Militärcamp festgehalten und verhört

    Mit Dr. Joachim Bublath ist Wissenschaft nie langweilig. Aber auf seiner jüngsten Venezuela-Reise hätte sich selbst der Leiter der ZDF-Redaktion Naturwissenschaft und Technik etwas weniger Action gewünscht. Was der Fernsehjournalist Anfang Dezember in der südamerikanischen Pampa erlebte, hatte schon fast Züge eines Hollywoodstreifens, eines Spionage-Thrillers mit dem ZDF-Mann als unfreiwilliger Hauptdarsteller. Höhepunkt war ein dreistündiges Verhör in einem Militärlager. Bublath, den schwer bewaffnete venezuelanische Soldaten zunächst für einen "Gringo", einen US-amerikanischen Spion, hielten, war dort während einer Recherchereise für neue Folgen seiner "Faszination Erde"-Reihe (ab Sonntag, 29. Januar, im ZDF) gegen seinen Willen für einige Stunden festgehalten worden.

    Wegen seiner vielen, weithin sichtbaren Öltürme hat der Maracaibo See einen, wenn auch etwas zweifelhaften Ruf als touristisches Ziel. An diesem See, der auch in Reiseführern zu finden ist, wollte Bublath, alleine auf Recherchetour, mit seiner kleinen Digitalkamera filmen. Sein Tagesziel an jenem Samstag lautete: "Einmal den ganzen, mit Bohrtürmen bepflasterten See im Sonnenuntergang aufnehmen. Das ist spektakulär!" Also, so erzählt der TV-Wissenschaftler, "habe ich da so 'rumgefilmt, mitten im Busch." - Unter anderem stieß er auf defekte Leitungen, aus deren Leckagen Öl sickerte ...

    Was Bublath nun erzählt, entspricht in etwa der klassichen Horrorvorstellung eines jeden fernreisenden Backpack-Touristen: Plötzlich erschien ein Venezuelaner, baute sich vor ihm auf und sagte, dies sei verboten. "Sofort entgegnete ich: 'Warum? Ich bin Tourist. Hier haben Sie meinen Reiseführer, da ist ja auch ein Foto von diesem See drauf." Doch der Venezuelaner blieb hartnäckig und holte Militär herbei: "Es kamen zwei Wagen, mit je zwölf schwer bewaffneten Soldaten", erinnert sich Bublath. "Ich bin nur Tourist!" - Immer wieder habe er das, zunehmend sorgenvoller, gerufen. Doch einer der Soldaten setzte sich mit in Bublaths Mietwagen, und dann ging es im Konvoi in ein abgelegenes Militärcamp, wo sogleich eine "völlig absurde" Befragung begann.

    "Gringo!" Der Deutsche, den die Venezuelaner ganz offensichtlich für einen US-Amerikaner mit unlauteren militärischen Absichten hielten, wurde immer wieder mit dem unschönen Wort für Menschen nichtromanischer Herkunft beschimpft. "Da waren richtige Folterknechte dabei. Aber ich wehrte mich natürlich gegen Vorhalte, ich sei ein Spion: 'Soy un alemán! Soy un alemán!" Joachim Bublath, der nach eigener Aussage "mittelmäßig" Spanisch spricht, wurde dann gefragt, ob er auch des Englischen mächtig sei. Seinem "Yes!" entgegneten die Militärs, dass dies für einen Deutschen verdächtig sei. "Dass man das bei uns auf der Schule lernt", das haben ihm seine Kontrahenten wohl nicht abkaufen wollen. Denn nun kam ein Hauptmann herbei, der die Absurdität vollends zum Höhepunkt trieb. Bublath: "Er fragte mich: 'Wer ist der deutsche Bundespräsident?' Ich sagte: 'Köhler'. Er: 'Das stimmt nicht, der Mann heißt Schröder!' Dann sagte ich: 'Dann sind Sie falsch informiert.' Danach fragte er, wie ich denn überhaupt an nur einem Tag von Caracas nach Maracaibo kommen konnte. Ich sagte, mit dem Flugzeug. Aber ich hätte doch einen Wagen dabei ..." Und so, erinnert sich Bublath, der inzwischen darüber schmunzeln kann, ging es noch eine Weile weiter. "Ich finde, das kann man nur zynisch sehen: Die hatten eine so beengte Erkenntniswelt und ein unglaubliches, fast hysterisches Misstrauen. Wahrscheinlich weil sie einfach eine große Angst vor einer amerikanischen Invasion haben."

    "Ich fühlte mich wie im falschen Film", sagt Joachim Bublath und spricht von einer "unterschwelligen Bedrohung", die er empfunden habe. Angst um sein Leben habe der Fernsehwissenschaftler, der während des rund dreieinhalbstündigen Verhörs keinen Kontakt zur Außenwelt haben durfte, nicht wirklich gehabt. Obwohl die Verhörmethoden schon eigenartig anmuteten: "Ein Indianer-artiger Soldat fragte mich immer, warum ich ohne Familie reise, ob ich denn Kinder habe und solche Dinge, und er schaute mir dabei so seltsam tief in die Augen. Der wollte nur feststellen, ob ich lüge - wie ein Spion." Als ihm die Soldaten schließlich signalisierten, dass sie seinen Angaben doch Glauben schenken, war die Sache ausgestanden. Oder besser: fast. Denn die Militärs wollten ihm für den Heimweg noch einen bewaffneten "Aufpasser" mitschicken. Nicht mit Joachim Bublath: "Dann hatte ich die Nase endgültig voll, rannte zum Kommandanten und schrie ihn an: 'Bin ich jetzt frei?' Er sagte nur: 'ja." Bublath, der nicht einmal wusste, wo genau er war, setzte sich in den Wagen und raste davon ...

    "Ach, es war ein schönes Erlebnis", sagt der TV-Mann jetzt ironisch. Obwohl: Das meint ein Joachim Bublath vielleicht nur halb im Spaß. Denn abenteuerliche Recherchen, versichert das ZDF-Urgestein, seien allemal "besser als Büro oder Studio: So was macht wenigstens Spaß!"

    Der unfreiweillige Kurz-Aufenthalt im Militärcamp war indes nicht das einzige Aufregende, was ihm in Venezuela widerfahren ist. "Da gibt es einen Asphaltsee, der liegt ganz isoliert am Orinoco-Delta", hebt Bublath erneut zu einer Geschichte an. Aufnahmen von dort seien bislang noch nicht im TV zu sehen gewesen. Aber weil Joachim Bublath keine Strapaze zu groß ist, wird sich das nun ändern. Zunächst habe ihm sein indianischer Führer gesagt, der Asphaltsee sei per mehrstündiger Jeep-Fahrt zu erreichen. Dann offenbarte ihm derselbe Führer, dass sich noch ein viereinhalbstündiger Fußmarsch anschließe. "Gut, mach' ich', hab' ich gesagt." - Wohl ein Fehler. Denn kaum dem Jeep entstiegen, fing es an zu regnen - "so richtig tropisch". - "Wir waren nach wenigen Minuten alle nass von oben bis unten. Dann wateten wir eineinhalb Stunden durch einen Wassersumpf, in dem wir teilweise bis zur Brust versanken. Immer wieder rief einer: 'Achtung, Alligatoren!' Man rutschte ständig auf unterirdischen Baumstämmen aus und steckte sofort wieder bis zum Hals im Wasser. Am Ende dauerte es eine Weile, bis wir die ganzen Blutegel wieder loshatten." Alles in allem, so Bublath, war dieser Weg - und der Weg zurück wohlgemerkt - "ein richtiger Hammer". Aber weil die Kamera in einer Plastiktüte mitgeführt wurde, seien schließlich "die einzigen Aufnahmen, die von diesem merkwürdigen See aus Erdöl überhaupt je gemacht wurden", entstanden. Zu sehen am Sonntag, 29. Januar, 19.30 Uhr, im ZDF. "Im Reich des Orinoco" ist der erste Teil der neuen Staffel von "Faszination Erde", für die Joachim Bublath auch in Japan und Australien drehte.

  2. TV-Tip: 29.01., 19:30 Uhr ZDF #2
    fit

    Standard

    Toller Bericht - ziemlich robuster Kerl - Respekt!

    Würde mir diesen Bericht sehr gerne anschauen, jedoch bin ich am 29. um diese Uhrzeit schon am Flughafen in Carcas und warte auf die Maschine nach Porlamer

    Schöne Grüße!

  3. TV-Tip: 29.01., 19:30 Uhr ZDF #3
    Powerline

    Standard

    Oh Mann,wie misstrausich können die noch sein? Erstmal ist der allein unterwegs und zweitens sieht doch Joachim Bublath nicht aus wie ein amerikanischer Spion!! Aber zum Glück hat es ein gutes Ende gehabt.Man stelle sich nur vor,sie hätten ihn erschossen.!!!

    Ich werde mir die Sendung auf alle Fälle ansehen auch wenn vielleicht kein Wort darüber fallen wird über diese Aktion..

  4. TV-Tip: 29.01., 19:30 Uhr ZDF #4
    ElCattivo

    Standard

    up! (heute abend einschalten nicht vergessen)

  5. TV-Tip: 29.01., 19:30 Uhr ZDF #5
    Powerline

    Standard

    Hat sich das jemand angeschaut hier? Ich ja. Es wurde zwar kein Wort über diese "Entführung" gesagt,aber es hat sich allemal gelohnt zu gucken. Wundervolle Natur.Ich wusste gar nicht,dass es in Venezuela Wüste gibt
    Jedenfalls hat das ganz schön grosse Lust in mir geweckt, dahin zu reisen. Nur, meine Taschen sind leer! Ich muss sparen... :(

  6. TV-Tip: 29.01., 19:30 Uhr ZDF #6
    ElCattivo

    Standard

    Hab's gesehen und freu mich jetzt noch mehr als vorher auf April. Dann gehts endlich los!

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