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20.07.2006, 14:40
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Meine kleine Rundreise (Okt. 2005) Beitrag #1
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Benutzer
Registriert seit: 23.06.2005
Ort: Paderborn
Beiträge: 68
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Meine kleine Rundreise (Okt. 2005)
Mittwoch Abend,
Ankunft in Havanna Airport Jose Marti. Es muss kurz zuvor geregnet haben, da die Luft schwülwarm war……aber die Frisur hält ! 
Bei der Einreise, das übliche Spiel. Wenn Kubaner in ihr Land einreisen scheint es immer etwas länger zu dauern bis dass sie der Imigracion ihre ganze Lebensgeschichte glaubhaft darstellen können. Danach wurde noch mein Handgepäck durchleuchtet, was ich auch schon mal problematischer erlebt habe, und anschließend Warten auf meinen Rucksack. Das Flugzeug hatte ca. 30 min. Verspätung, der Durchlauf bei der Imigracion hat ca. 30 min. gedauert, nach einer weiteren Stunde entdeckte ich dann meinen Rucksack…irgendjemand hatte ihn bereits vom Band genommen. Aber ich war längst nicht der einzige, der lange auf sein Gepäck wartete. Offenbar wurde jedes Gepäckstück gründlich durchleuchtet, bevor es weitergegeben wurde. Ich hatte Bedenken, dass der Zoll mich unbehelligt passieren lässt, da ich ein paar Geschenke hatte: Einen Discman im großen Rucksack, einen weiteren im Handgepäck. Mehrere CD’s, ein paar Briefe, die ich für Internet-Bekannte austragen sollte. Die Dame vom Zoll, die mit strengem Blick meine beiden Rucksäcke musterte, ließ mich dann aber unbehelligt passieren. Jorge wartete schon am Ausgang auf mich. Seine deutsche Novia hatte mir einen Umschlag mit allerlei Zeugs für ihn mitgegeben. Nachdem ich mir für 25,- CUC ein Taxi vom Flughafen nach Havanna Vieja genommen hatte, bin ich um ca. 23:00 Uhr bei dem Casa Particular angekommen, das Yanara mir bei ihrer Bekannten bestellt hatte. Leider war es nicht möglich bei Ihr unterzukommen, da es leider schon belegt war…..aber gleich um die Ecke gab es noch ein anderes, was frei wäre…….für nur 25,- CUC pro Nacht……Nachts um 23:00 Uhr hatte ich dann auch keinen Nerv mehr, diesen Preis noch zu hinterfragen, und habe mich dort für eine Nacht eingemietet, auch wenn an der Tür kein grünes Dreieck angeschlagen war, das einen Hinweis auf eine Lizenz gegeben hätte ……aber egal…..nachts um 23:00 Uhr frag’ ich nicht mehr…. Ich habe Yanara noch den Discman gegeben, den mitzubringen sie mich gebeten hatte, sowie einen Brief von einer deutschen Bekannten, der an sie gerichtet war. Ich hatte Bedenken, so ganz alleine durch Kuba zu reisen. Ich stellte es mir langweilig und auch nicht ganz ungefährlich vor. In Deutschland hatte Niemand, den ich gefragt hatte, Zeit und/oder Interesse und/oder Geld mit mir mitzukommen, auch entsprechende Inserate im Internet brachten keinen Reisepartner. So hatte ich schließlich Yanara gefragt, ob sie Lust hätte mich in Kuba zu begleiten. Grundsätzlich hatte sie schon Lust, aber sie hatte noch einen wichtigen Termin in ihrer Arbeit, den sie erstmal hinter sich bringen musste. Aber danach…!! Wir würden morgen weiterreden….so dachte ich jedenfalls…es kam anders! Wir verabschiedeten uns.
Donnerstag
Heute musste etwas passieren! Ich wollte diesmal viel von Kuba sehen, und hatte mir daher vorgenommen ein Auto zu mieten. Das hatte ich von Deutschland aus nicht getan. Überhaupt hatte ich außer den Flügen und (wie ich glaubte) der ersten Übernachtung sowieso noch nichts gebucht. So bin ich zunächst zu dem Casa Particular gegangen, wo ich ursprünglich unterkommen wollte, um zu frühstücken. Außerdem war ich dort verabredet, denn um 9:00 sollte ein William dort hinkommen um den zweiten Discman und die CD’s in Empfang zu nehmen. Er wartete bereits um 8:30 Uhr vor der Tür auf mich. War mir nur recht. So konnte ich die Sachen schnell übergeben. Nach dem Frühstück habe ich dann noch einen Brief zum Malecon ausgetragen, bevor ich dann in verschiedenen Hotels Angebote für Mietwagen einholte. Ich hatte Yanara am Abend zuvor so verstanden, dass wir uns im Laufe des Vormittags noch einmal treffen wollten, um zu besprechen, ob und wann sie denn mit mir mitreisen könnte. Yanara blieb aber verschwunden. Da ich weder eine Adresse noch eine Telefonnummer von ihr hatte, war die Vermieterin des Casa Particulars, ihre Bekannte, die einzige Möglichkeit mit ihr Kontakt aufzunehmen. Am Abend zuvor hatte mir Yanara gesagt, dass ihr dienstlicher Termin für den Dienstag der folgenden Woche vorgesehen war. Solange wollte ich aber nicht in Havanna auf sie warten. Ich wollte dieses Mal viel von Kuba sehen, und hatte keine Zeit zu verlieren! Also entschloss ich mich am frühen Nachmittag aufzubrechen, und mich mit einem für mich fremden Mietwagen, durch den fremdartigen Verkehr einer ebenso fremden Großstadt zu schlagen, in Richtung Autopista nach Pinar del Rio. Dummerweise habe ich die Auffahrt nicht gleich gefunden. An einer Tankstelle, wo viele Leute warteten um „Botella“ zu machen, habe ich nach dem Weg gefragt. Zwei junge Männer boten an mir den Weg zu zeigen, wenn ich sie eine Stück mitnehmen würde. Sie wollten schließlich in die gleiche Richtung. Damit war ich dann einverstanden, und nach einer Zeit auf der Autopista hab’ ich sie dann irgendwo rausgelassen. Auf meinem Weg nach Pinar del Rio hab ich dann noch mehrere Leute ein Stück mitgenommen. In Pinar del Rio habe ich mir dann ein Casa Particular aus meiner langen Adressenliste, die ich aus dem Internet gezogen hatte, gesucht. Als ich dann zu meinem Auto ging, um meinen Rucksack aus dem Kofferraum zu holen, kam es mir schon komisch vor, warum denn mein Rucksack offen war….?? Egal, …..schließen, buckeln, und ab ins Casa Particular, wo ich dann den Verlust meines Kulturbeutels festgestellt habe, als ich mich ein bisschen Frischmachen wollte. Er ward’ nicht mehr wieder gefunden! Am Abend bin ich dann mit dem Sohn desjenigen, bei dem ich kostenpflichtig mein Auto für die Nacht untergestellt hatte, Richtung Stadt gegangen. Er war offensichtlich nicht besonders abgebrüht. Ich bot ihm an, für ihn ein Getränk zu holen. Er lehnte es zunächst ab!! Ich musste es ihm förmlich aufdrängen, und er bedankte sich dann überschwänglich bei mir……..welcher Kubaner macht das noch??? Als ich ihm sagte, dass ich Hunger hätte, führte er mich zu einem Paladar, wo ich dann zu Abend gegessen habe. Er bestand jedoch darauf nicht mitzuessen……welcher Kubaner macht das noch??? Anschließend ging ich mit ihm in eine Musikveranstaltung, wo wir nach einiger Wartezeit und ein bisschen Diskussion schließlich reingekommen sind. Drinnen wurden Lieder gespielt, und einige wenige Paare tanzten. Ich war einigermaßen überrascht, als der Sänger singend an unseren Tisch kam, und mir mitten im Refrain das Mikrophon vor das Gesicht hielt, damit ich die entsprechenden Zeile füllen sollte……ich war wohl nicht so schlecht, auf jeden Fall brach Jubel aus…(oder war es Gelächter…?)…
Freitag
Nachdem ich am späten Nachmittag des vorigen Tages in Pinar del Rio angekommen bin, und das Nachtleben ein bisschen getestet hatte, wollte ich den Vormittag nutzen um Pinar del Rio kennen zu lernen. Ich suchte zunächst ein Postamt, da ich für eine Internet-Bekannte einen Brief nach Baracoa aufgeben wollte. Mit Hilfe meines Reiseführers (eine 2000-er-Ausgabe aus dem Stefan Loose-Verlag) hatte ich mir eine Route zurechtgelegt, wo ich mehrere Sehenswürdigkeiten von Pinar del Rio, die in meinem Reiseführer erwähnt wurden, nacheinander abgehen konnte. So hab’ ich den Vormittag über viel fotografiert, und bin gegen Mittag zu meinem Casa Particular gegangen, um zu bezahlen, und auszuchecken. Wohin ich denn jetzt hinfahren würde, fragte man mich, nachdem ich die 20.- CUC für die Übernachtung bezahlt hatte. „Nach Viñales!“. Auf den Weg dorthin wollte ich noch eine der berühmten Tabak-Plantagen besichtigen. In der Provinz, die berühmt für ihren Tabakanbau ist, ist das einfach ein Muss! Ein Kubaner, namens Daniel, den ich auf meiner Fotosafari durch Pinar del Rio getroffen habe, fuhr mit mir dann zu der Plantacion Robaina. Der Weg dorthin war landschaftlich wunderschön. Das ganze war begleitet von einem netten Gespräch mit Daniel, wo ich mein gebrochenes Spanisch aus der Volkshochschule ausgiebig üben konnte….und musste!! Die Führung auf der Plantage war ganz nett…..ganz interessant, etwas über den Tabakanbau zu erfahren, und dem Plantagenbesitzer höchstpersönlich mal die Hand zu schütteln. Bevor wir zurückfuhren, überredete mich Daniel noch bei einem der Plantagenarbeiter ein paar Zigarren zu erstehen. Ich rauche doch aber gar nicht!!! „Ja, aber als Geschenk für die Kollegen in Deutschland“…….. Ich habe dann sieben lose Zigarren, ohne Quittung, ohne alles für 25,- CUC erstanden, und nehme stark an, dass Daniel dann auch seinen Schnitt für seine Dienste dabei gemacht hat. Es sei ihm gegönnt! Nachdem ich ihn dann nach Pinar del Rio zurückgebracht habe, bin ich dann weitergefahren nach Viñales. Man erwartete mich dort bereits in einem Casa Particular, das die Vermieterin aus Pinar del Rio vermittelt hatte. 15,- CUC für die Übernachtung schien mir auch nicht teuer zu sein. Das Zimmer hatte Warmwasser, einen Ventilator, Aire Condicionado…….sofern denn Strom verfügbar gewesen wäre. Wir blieben am diesem Abend, sowie in der Nacht, leider ohne. Nur das Hotel und das Polo Montañez neben der Kirche hatten Strom. Dort hab’ ich dann bei meinem ersten Mojito dieser Reise den Abend ausklingen lassen. Es spielte eine Band und es wurde auch getanzt, nur mir war nicht danach. Ich war nur noch müde.
Samstag
Nach dem Frühstück wollte ich die Berge von Viñales erkunden. Die Vermieterin meines Casas vermittelte mir einen Führer, mit dem ich für 10,- CUC eine Wanderung ins Umland von Viñales unternahm. Leider ging die Wanderung nicht zu der berühmten El Murál de Prehistoria, sondern in genau die andere Richtung. Ich fing auch dort wieder an viel zu fotografieren, und das teilweise ziemlich wahllos, und aus der Hüfte. 1 GB Speicherkapazität in meiner digitalen 4-Megepixel-Kamera kam mir unendlich viel vor, so dass ich mir um die Speicherkapazität keine Gedanken machte….das sollte sich zum Ende meiner Reise aber noch ändern…! Er führte mich an vielen Feldern vorbei, auf denen Reis und Frijoles angebaut wurden. Eine Gruppe Touristen zog an uns vorbei, die das Tal zu Pferde erkundeten. Später dann kamen wir zu einem mit Palmblättern gedeckten Haus in dem Tabak getrocknet wurde. Das kannte ich ja schon von der Plantacion Robaina. Das Ziel unserer Wanderung war dann ein Bauernhof, wo mir bei einem kleinen Espresso eine frisch gedrehte Zigarre angeboten wurde. Ich sagte mir „Na gut, kannst ja mal eine kleine…..eine wirklich kleine Zigarre…nur zum Probieren…“. Die hat man mir dann auch vor meinen Augen gedreht. Aber auch so frisch aus allen natürlichen Zutaten aus einer für Tabakanbau berühmten Gegend mochte mir die Zigarre nicht schmecken, so dass ich sie relativ schnell wieder ausgemacht habe. Anschließend gingen wir dann noch zu ein paar nahe gelegenen Höhlen (denn schließlich ist die Gegend für seine Cuevas berühmt), bevor wir dann wieder den Rückweg antraten. Es war schon gut Mittag als ich an meinem Casa Particular wieder ankam. Ich bezahlte, und belud mein Auto mit meinen beiden Rucksäcken, verabschiedete mich von der Dueña, und telefonierte noch einmal mit Cochita, der Bekannten von Yanara, um ihr zu sagen, dass ich am Abend so ca. 19:00 Uhr noch einmal anrufen würde, um mit Yanara zu sprechen. Ich wollte wenigstens noch einen kurzen Blick auf die El Murál de Prehistoria werfen. Die Landschaft dort war noch beeindruckender als die auf meiner Wanderung. Da es jedoch schon nach Mittag war, hielt ich mich jedoch nicht lange auf, und schoss nur von weitem ein kurzes Foto von El Murál, bevor ich dann weiterfuhr. Ich fuhr durch Viñales durch in Richtung Norden, wo ich zur El Palenque de los Cimarrones kam. Ich gönnte mir in der Bar dort eine kleine Erfrischung und eine Besichtigung der Höhle. Auf der anderen Seite der Höhle war gerade eine größere Gruppe Touristen aus zwei großen Reisebussen in das Lokal eingefallen. Sie genossen ihr Mittagessen und machten mir nicht den Eindruck, als würden sie der vierköpfigen Band, die Rumba spielte, viel Beachtung schenken. Ungefähr 5 Km weiter nordwärts hielt ich dann noch bei den Cuevas del Indio an. In meinem Reiseführer stand, dass sich ein Besuch nicht unbedingt lohnen würde, da eine Motorbootsfahrt durch die Cuevas del Indio schon für 3,- USD als nicht besonders attraktiv beschrieben wurde. Inzwischen kostete der Eintritt 5,- CUC, sowie 1,- CUC für das Parken des Autos. Am Ausgang der Höhle hat jeder Tourist dann Gelegenheit verschiedene Kunstgegenstände, Rum oder Musikinstrumente zu erwerben. Nach der Besichtigung der Cuevas del Indio wollte ich dann nördlich der Cordillera de Guaniguanico zurück in Richtung Havanna. Mein Plan war, mir in Soroa oder las Terrazas ein Casa Particular zu suchen. Leider war ich schon relativ spät dran, und ich hatte zudem keine Adresse von einem Casa Particular in dieser Gegend. Nachdem ich aber die Abfahrt nach Osten verpasst hatte, fuhr ich durch eine wunderschöne Landschaft zunächst weiter Richtung Norden, so dass ich mich in San Cayetano wieder fand. Ein Kubaner wollte nach Puerto Esperanza mitgenommen werden, und so landete ich schließlich dort. Er überredete mich in Puerto Esperanza bei einer entfernten Verwandten ein Mittagessen zu nehmen, denn schließlich gäbe es dort die besten, frischesten Langusten! Die Dueña des Casas, in dem ich aß, gab mir die Adresse eines Casas Particulars in Bahia Honda, und ich machte mich nach dem Essen auf den Weg dorthin. Es war mittlerweile aber schon ca. 17:00 Uhr, und es wurde langsam dunkel. Nachdem ich durch kleine Ortschaften wie La Palma, Palma Rubia, Playa La Mulata, Las Pozas, Puerta Prieta gefahren bin, kam ich gegen 18:30 Uhr schließlich in dem Casa in Bahia Honda an, um zu erfahren, dass das Casa leider voll belegt sei, und sie in der näheren Umgebung auch kein andere Möglichkeit kennen würde, wo man als Tourist unterkommen könne. Ich fuhr also weiter, und fragte mich im Dunkeln bis nach Las Terrazas durch, wo ich abends um 20:30 Uhr schließlich im dortigen 4-Sterne-Hotel La Moka übernachtet habe. Vom Hotel aus habe ich dann Yanara bei der Vermieterin in Havanna Vieja angerufen. Sie war einigermaßen verwundert, dass ich am Donnerstag schon so schnell aus Havanna losgefahren bin. Sie sagte mir, dass sie bis Dienstag Abend leider nicht mit mir reisen könnte. Meine Pläne waren, nach der Provinz Pinar del Rio die Gegend östlich von Havanna kennen zu lernen. Ich wollte mich also auf keinen Fall längere Zeit in Havanna aufhalten. Ich war schließlich schon im August für eine Woche dort gewesen, und es hatte mir nicht besonders gefallen. Ich verabredete also mit ihr, mich am Mittwoch in Cienfuegos am Bus Terminal zu treffen. Ich ging nur noch auf mein Zimmer und war nur noch hundemüde.
Sonntag
Nach dem Frühstück bin ich noch ein bisschen um das Hotel La Moka in Las Terrazas herumgegangen. Schließlich sah ich die Gegend zum ersten Mal im Hellen! Sie war wirklich sehr schön. Nachdem ich ausgecheckt habe wollte ich die Gegend ein bisschen kennen lernen, bevor ich dann in Richtung Havanna fahren wollte. An einer Straße traf ich auf eine kubanische Familie, die mich überredeten mit ihnen zu einem Wasserfall zu fahren, wo man baden könne. Überhaupt gibt es in dieser Gegend sehr viele Sehenswürdigkeiten, zu denen man von dem Hotel aus geführte Touren buchen konnte. Teresa stieg mit ihren Neffen in mein Auto ein, und sie führten mich also zu diesem Wasserfall, wo wir auf ihre Schwester trafen, die in dem Hotel La Moka arbeitet. Wir sprachen viel miteinander. Sie spendierten mir sogar ein Cristal. Ich nahm ein Bad, das Wasser war schön kühl! Obwohl wir längst nicht die einzigen waren, die dort baden wollten, waren erstaunlich wenig Touristen dort. Der ganze Platz war voll mit kleinen Grüppchen von Kubanern und kubanischen Familien. Vom Nachbartisch drangen Gitarrenklänge zu uns herüber, es duftete nach gegrilltem Fleisch, und es wurde gesungen…“ De Alto Cedro voy para Marcané, Luego a Cueto voy para Mayari ….” Gegen Mittag packten wir unsere Sachen und Teresa führte mich auf den Weg zur Autopista in Richtung Havanna. Für mich war klar, dass ich nicht in Havanna übernachten wollte. So brachte ich Teresa und ihre Neffen nach Hause, und fuhr Richtung Malecón. Mein Plan war, über Cojimar nach Cárdenas zu fahren, um mir dann dort eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Kurz hinter Havanna nahm ich zwei Frauen mit, die mir den Weg zeigten….IHREN Weg zeigten!! Denn ich fand mich plötzlich auf der Autopista Richtung Cienfuegos wieder! Ich fuhr für eine lange Zeit auf dieser Autobahn, bis sie mir kurz vor Jagüey Grande sagten, dass ich in Richtung Matanzas abbiegen könne. Ich ließ die beiden Damen raus, und fuhr von der Autobahn ab. Wenig später hatte ich nächste Tramperin mitgenommen. Sie wollte nach Matanzas. Über Jovellanos sind wir dann nach Cárdenas gefahren. Sie sagte mir noch, dass in Cárdenas nichts los sei am Abend. Es wäre doch besser nach Matanzas zu fahren. Von dort aus wäre das Nachtleben von Varadero schließlich nicht so weit. Ich wollte diesmal nicht! Diesmal wollte ich in den Ort, den ICH mir vorher überlegt hatte! Und so fuhren wir nach Cárdenas. Es war recht schwierig ein Casa Particular zu finden. Meine Liste aus dem Internet enthielt keine Adresse eines Casas Particulars, genauso wenig wie mein Reiseführer, der nur ein Hotel als Übernachtungsmöglichkeit aufführte. Die Dame half mir aber! Sie besaß ein Handy! Sie rief einen Freund in Cárdenas an, den wir von seinem zu Hause abholten. Wir hielten zwei,..drei..Male an, und der Typ fragte mehrere Leute. Schließlich gelangten wir zu einem Casa, wo ich mich dann für 25,- CUC + 2,-CUC für das Einstellen meines Autos einmietete. Da es schon langsam dunkel wurde, hab’ ich vielleicht nicht darauf geachtet, aber an ein grünes Dreieck an der Tür, das auf eine Lizenz hindeutete, kann ich mich jetzt nicht erinnern…..Egal….ich war froh, dass ich etwas gefunden hatte! Vor allem, als er mir sagte, dass es in ganz Cárdenas angeblich nur acht Casas Particulares geben soll. In ihnen würden zumeist Touristen aus Varadero mit ihren Chicas übernachten. Am Abend bin ich dann noch ein bisschen durch das dunkle Cárdenas gegangen auf der Suche nach einem Paladar, oder einer sonstigen Gelegenheit etwas essen zu können. Das aber ohne Erfolg. Ein Kubaner auf seinem Fahrrad sprach mich an. „Hello mai Freng!“ Er bot mir sofort die ganze Palette an: Rum, Zigarren, Musik, Mädchen….Ich sagte ihm, dass ich etwas zu essen suchen würde. „Ah! No Problemm….!!“ Er fuhr mich mit seinem Fahrrad zu einem Privathaus. Das war kein Paladar! Für 5,- CUC organisierte die Dame für mich einen Teller Arroz congris. Ich wunderte mich schon ein bisschen, als die Tochter (oder Nachbarin?) während ich aß anfing, etwas zudringlich zu werden. Ich sagte ihr, dass ich lediglich essen möchte, und nicht auf der Suche nach Sex wäre. Daraufhin wandte sie sich etwas verwirrt an den Kubaner, der mich dorthin gebracht hatte. Ich blieb noch eine kleine Weile, und verabschiedete mich dann relativ schnell, bevor mir meine Entscheidung noch übel genommen würde. Ich ging danach nur noch zu meinem Casa. Der Kubaner auf seinem Fahrrad begleitete mich, und bettelte um Geld. Ich sagte ihm: „Du hast doch sicher schon daran verdient, dass ich dort gegessen habe!“ Ich machte ihm klar, dass ich darüber hinaus nicht geneigt war ihm noch weiteres Geld zu geben. Er sagte mir daraufhin, dass er nur dann an dieser Sache verdient hätte, wenn ich mich auf Sex eingelassen hätte. Wer’s glaubt…. Er verabschiedete sich etwas ärgerlich von mir, und ich ging zurück zu meinem Casa und beendete den Abend.
Montag
Ich stand schon recht früh auf, bezahlte meine Übernachtung und fuhr. Am Abend zuvor hatte ich eine Tankstelle gesehen, bei der ich erstmal tankte. An der Tankstelle sprach mich eine Chica an, ob ich denn auf der Suche nach einer Novia wäre. Ich ging darauf nicht weiter ein. Ich dachte nur: „Typisch Cuba! Ein Haufen von Nutten, Bettlern und Betrügern!! Keine Lust darauf!!“ Nach dem Erlebnissen am Vorabend, war ich einigermassen genervt! Ich fuhr Richtung Innenstadt. Wenn ich schon in Cárdenas war, dann wollte ich die Stadt dann schließlich auch ein bisschen kennen lernen. Ein Problem war es nur den Wagen zu parken, und zwar so, dass nicht gleich tausend Kubaner sich daran machen in den Wagen einzubrechen. Schließlich hatte ich mein ganzes Gepäck im Kofferraum! Ich parkte den Wagen etwas abseits der Innenstadt, beim Fahnendenkmal und begann meinen Spaziergang. Auf den Weg in die Stadt kaufte ich mir eine „Refresco“, die das pure Zuckerwasser war, sowie ein belegtes Brötchen. Das war also mein Frühstück. Nachdem ich meine Fotosafari durch Cárdenas beendet hatte, ging ich zurück zu meinem Auto, das unversehrt geblieben war, und brach in Richtung Remedios auf. Ich wollte aber nicht auf der großen Straße über Santa Clara dorthin fahren. Ich suchte mir meinen Weg mit Hilfe von Landkarte und Leuten, die ich mitnahm, und fuhr eine wunderschöne Strecke über Máximo Gómez, Itabo, Corralillo, Sierra Morena, Quemado de Güines, Sagua la Grande, Calabazar de Sagua, Pavón und Vueltas, und traf erst ca. 15 Km vor Remedios auf die größere Straße zwischen Santa Clara und Caibarién. In Remedios war es verglichen mit Cárdenas sehr leicht ein Casa Particular zu finden. Auch meine Liste aus dem Internet führte mehrere Adressen auf. Ich stieg aus, um nach den Weg zu fragen. Zu fragen war das Einfachste. Die Antwort dann auch zu verstehen, war eine ganz andere Sache! Besonders dann, wenn man gleich eine Gruppe von Kubanern gefragt hatte! Nachdem ich eine Unterkunft gefunden hatte spazierte ich ein bisschen durch Remedios, um schon mal ein paar Fotos zu machen. Außerdem wollte ich sehen, ob es in der Nähe eine Möglichkeit gab, essen zu können. Es gab nur wenige Möglichkeiten, und die, die ich fand, lockten mich nicht besonders. Ich beschränkte mich also darauf in der Spät-Nachmittags-Sonne ein paar Bilder zu schießen, und bestellte mein Abendessen bei der Dueña meines Casas Particulars. In einer Bar, die am zentralen Platz gelegen war, nahm ich einen Mojito, und unterhielt mich mit dem Barmann (was nach dem Mojito erheblich besser ging!!!). Nach dem Abendessen in meinem Casa bin ich dann wieder in die Bar zu dem Barmann gegangen. Sie hätten sicherlich auch geöffnet gehabt, wenn es denn Strom gegeben wäre. Den Barman hinderte dies aber nicht, mir ein paar Bier zu verkaufen, zumal ich ihn einlud. So habe ich das Nachtleben von Remedios damit verbracht, bei einer batteriebetriebenen Notlampe zusammen mit einem Barkeeper und seiner Freundin in einer wegen Stromausfall geschlossenen Bar zu sitzen, und quasi hinter verschlossenen Türen in gemütlicher Runde einige Cristales zu vernichten, und dabei mit ihnen in meinem miesen Spanisch zu plaudern. Der Strom kam den ganzen Abend über, auch nicht mehr wieder, was natürlich auch einen gewissen Einfluss auf die Funktion meiner Aire Condicionado in meinem Casa Particular hatte. Aber egal….eso es Cuba!!
Dienstag
Auch hier folgte ich wieder meinem Rhythmus. Nach dem Frühstück schnappte ich mir meine Camera und begab mich auf Fotosafari durch Remedios. Ich gestattete mir sogar das Abenteuer, mir bei einem kubanischen Friseur eine Rasur und einen Haarschnitt zu verpassen. Ich sah danach ein bisschen aus, wie frisch geschlachtet! Ich besuchte noch ein Museum, versorgte mich bei einer Bank mit weiteren CUC's, und brach wieder gegen Mittag auf, um noch mehr von Kuba kennen zu lernen. Mein nächstes Ziel war Santa Clara. Im Gegensatz zu den Tagen davor, wo ich immer sehr lange gefahren bin, war die Strecke von Remedios nach Santa Clara relativ kurz, so dass ich auch am frühen Nachmittag schon dort war. Ich parkte mein Auto in einer belebten Straße, und suchte mir in aller Ruhe ein Casa Particular. Danach schlenderte ich dann zum Parque Vidal, und machte ein paar Fotos, und kaufte mir in der Straße einen in Fett ausgebackenen Teig (ähnlich wie Krapfen, nur nicht süß). Im Parque Vidal hatte mich ein Kubaner auf Deutsch angesprochen, und bot mir an, dass er mich am Abend zu einem Paladar führen würde. Ich bestellte mir somit kein Abendessen bei der Dueña meines Casas, wartete jedoch am Abend vergebens im Parque Vidal auf diesen Typen. Ich suchte mir also selbst etwas, und fand nach einiger Zeit einen Stehimbiss für Kubaner, wo ich für 20 CUP noch eine der letzten verfügbaren Mahlzeiten bekam. Nach dem Essen wollte ich mich dann ins Nachtleben von Santa Clara stürzen. Am Parque Vidal gab es ein Hotel mit einer Diskothek. Aber diese komische Prozedur mit dem Ausweis…? Viele junge Kubaner standen davor, und schienen froh zu sein, dass sie reingelassen wurden. Auf diese Prozedur hatte ich keine Lust, zumal der Zutritt offenbar auch nur paarweise gestattet, und ich alleine war. Mir war nicht danach mir eine Jinetera anzusprechen, um dort hochzugehen. Ich schlenderte durch einige Straßen und traf auf Ricardo, einem Kubaner der mich am Nachmittag schon im Parque Vidal angesprochen hatte. Er sagte mir, dass er die Bekanntschaft von ein paar Touristinnen gemacht hätte, die gerade in der Bar um die Ecke etwas trinken würden. Mit Ricardo waren noch weitere Kubaner, sowie eine junge Kubanerin. Die Touristinnen stellten sich als zwei deutsche und eine Australierin heraus (Die Namen hab’ ich leider vergessen. Sie mögen mir das verzeihen, oder mich noch einmal aufklären  ). Nachdem wir uns ein bisschen bekannt gemacht haben, gingen wir zusammen mit den Kubanern in eine Pianobar (ein Klavier hab’ ich da nicht gesehen, aber sie hieß halt so). In dieser Bar, war das Programm so, wie ich schon in Havanna, in Pinar del Rio und in Viñales erlebt hatte. Es spielte erst eine Band, eine Sängerin sang dazu Schnulzen, die wie die Titelmusiken der Telenovelas klangen. Anschließend wurden dann CD’s aufgelegt, und es wurde auch getanzt. Da die Cubanos sich die Touristinnen schnappten, um sie auf die Tanzflächen zu zerren, forderte ich die Kubanerin zum tanzen auf. Sie hieß Yamisel (komisch, dass ich IHREN Namen nicht vergessen habe…  ). Wir bestellten dort mehrere Flaschen Rum sowie einige Dosen Refrescos, mit denen der Rum gemixt wurde. Die Pianobar schloss so gegen zwei Uhr nachts, und die ganze Gruppe verlegte ihren Standort zu einer Bar in der Nähe des Bahnhofs. Die Musik dort kam aus einem kleinen Radiogerät, und es gab weiteren Rum. Es war zu beobachten, dass die gesamte Gruppe sich in kleine Gruppen aufgeteilt hatte. Jeder Kubaner bzw. Kubanerin hatte seine bzw. ihren Touristin bzw. Touristen gefunden, und es wurde vorwiegend nur noch paarweise kommuniziert…Die gesamte Gruppe verließ die Bar so ca. gegen 5 Uhr morgens. Die deutschen Touristinnen wurden zu ihren Casas gebracht, in die sie ohne die Kubaner verschwanden. Am Ende waren nur noch Ricardo, Yamisel und ich übrig. Ich begleitete Yamisel nach Hause. Ricardo, der uns den ganzen Weg begleitete, lamentierte den ganzen langen Weg über irgendetwas. Wahrscheinlich war es deshalb, weil ich Yamisel einfach nach Hause brachte, und nicht in mein Casa mitnahm. Es gab somit kein Geschäft, an dem er hätte beteiligt sein können. Ich war es leid, ihm noch zuzuhören. Yamisel wohnte am Stadtrand, und wir gingen ein ganzes Stück. Nachdem ich sie an ihrer Tür verabschiedete ging ich alleine zu meinem Casa Particular. Ricardo hab’ ich einfach stehen lassen. Ich war auch froh ihn endlich loszusein. Morgens um 6:20 Uhr klingelte ich schließlich an der Tür meines Casas, um noch ein paar Stunden zu schlafen….und zwar alleine!
Mittwoch
Ich stand so ca. um 10:00 Uhr wieder auf, und frühstückte in meinem Casa. Ich war noch einigermaßen angeschlagen von der Nacht davor. Ich hätte um die Zeit sicher noch kein Auto fahren dürfen. Ich ging dann zu dem Monumento a la Toma del Tren Blindado, das dem Überfall Che Guevaras auf eine Versorgungszug für die Truppen Batistas gewidmet ist. Nach Zahlung meines Eintritts von 1,- CUC besichtigte ich dort verschiedene Gebrauchsgegenstände und Waffen des Krieges, die in den Wagons ausgestellt sind. Danach ging ich zurück und nahm mir ein Bici-taxi zu dem Monumento Ernesto Che Guevara. Nachdem ich ein paar Fotos von der großen Che-Statue genommen hatte, ging ich noch in das Guevara-Museum, bevor ich mit dem Bici-Taxi, das auf mich wartete, wieder zurück in die Stadt fuhr. Ich war in der Mittagszeit eigentlich mit Yamisel verabredet. Ich wusste aber, dass ich nicht würde bleiben können, da ich ja mit Yanara in Cienfuegos verabredet war. Ich bezahlte also meine Übernachtung und die Bewachung meines Autos in der Straße, und machte mich auf den Weg, nicht jedoch ohne noch mal bei Yamisel vorbeizufahren, um mich von ihr zu verabschieden. Die Fahrt von Santa Clara nach Cienfuegos war nicht so weit, und ging relativ schnell. Ich fuhr gemütlich über kleine Straßen durch Orte wie Esperanza, Ranchuelo, Cruces und Palmira nach Cienfuegos, und traf dort bereits am frühen Nachmittag ein, um nach einem Casa Particular zu suchen. In Cienfuegos wurde ich mit Angeboten geradezu überfallen. „Busca un Casa Paticulal?. Meine Internet-Liste hatte viele viele Adressen, so dass ich mir zutraute ein Casa zu finden ohne einen Preisaufschlag für einen „Führer“ zu bezahlen. Es dauerte jedoch einige Zeit, da verschiede Casas voll waren. Gegen Nachmittag ging ich dann zum Busbahnhof, wo ich hoffte dass Yanara mit einem der Busse ankäme. Ich rief Cochita an, um zu fragen, wann Yanara denn von Havanna aufgebrochen sei. Sie musste eigentlich jeden Moment am Bus-Terminal in Cienfuegos ankommen. So war es dann auch! Wir hatten uns tatsächlich in Cienfuegos gefunden! Sie ist zwar nicht mit dem Bus gekommen, sondern mit einem Taxi Particular. Das kostet die Kubaner aber längst nicht soviel, wie die Touristen. Die ganze Fahrt von Havanna nach Cienfuegos hat sie „gerade mal“ 15,-CUC gekostet. So viel bezahlt ein Tourist von Santiago in die vielleicht 20 km entfernte Gran Piedra. Wir machten nicht mehr so viel an diesem Tag. Das Abendessen bestellte ich für uns beide bei der Dueña de la Casa. Nach dem Essen erkundeten wir noch ein bisschen die Innenstadt von Cienfuegos, bevor wir den Abend denn endgültig beendeten. Ich jedenfalls war noch sehr müde von dem ausschweifigen Abend in Santa Clara.
Donnerstag
Nach dem Frühstück gingen wir in die Stadt. Ich wollte meine Fotosafari starten, die ich in jedem Ort gemacht habe. Das Wetter war nicht mehr so freundlich wie in den Tagen zuvor. Es war recht wechselhaft, und auch nicht mehr so warm, zumindest am Vormittag. Wir bekamen die Ausläufer von Hurricane Wilma zu spüren, der in der Provinz Pinar del Rio und in Havanna schon für reichlich Regen und Überschwemmungen sorgte. Meine Fotos waren durch dieses, leicht bewölkte Wetter nicht mehr so schön, wie ich es mir gewünscht hätte. Neben den in meinem Reiseführer als sehenswert beschriebenen Gebäuden am Parque José Marti besuchten wir noch das Museo Histórico Naval Nacional. Yanara schien mir von dem Programm einigermaßen gelangweilt zu sein. Museen waren nicht ihr Ding. Auch nicht der Friedhof mit der Statue der Bella Durmiente, zu dem wir uns mit einem Bici-Taxi hatten bringen lassen. Als wir wieder am Plaza José Marti angekommen sind, setzten wir uns auf die Terrasse einer Bar, und nahmen eine Erfrischung zu uns. Plötzlich trat ein Polizist an unseren Tisch und fragte Yanara nach ihren Ausweis, und woher sie mich denn kennen würde. Nach Beantwortung seiner Fragen ließ er sich ihre Angaben per Funk bestätigen, bevor er Yanara ihren Ausweis wiedergab. Wir erkundigten uns bei dem Restaurant, ob sie denn auch am Abend geöffnet hätten, und ob man dort dann etwas zu Essen bekäme. Dies wurde uns bestätigt. Wir gingen zu unserem Casa Particular zurück, und bestellten kein Essen für den Abend. Als wir dann jedoch am Abend losgingen, um dort zu Essen, war es wegen Stromausfall geschlossen. Wir nahmen ein Bici-Taxi zur Punta Gorda. Man sagte uns, dass es dort ein paar Restaurants geben solle. Das war dann auch so, nur erschien uns das Angebot dort weder verlockend noch preiswert. Wir gingen den ganzen Weg von Punta Gorda in die Innenstadt zurück, wo Yanara dann nach einem Paladar fragte. Es gab tatsächlich eins! So haben wir dann doch noch etwas zu Abendessen bekommen. Nach dem Essen gingen wir noch zum Plaza José Marti, wo in einer Bar eine Band eine Rumba spielte, zu der entsprechend getanzt wurde. Nach einer Weile und einem Mojito haben wir dann den Abend beendet, und sind zurück zu unserem Casa gegangen.
Freitag
Als wir aufstanden regnete es. Am Tag zuvor hatte es schon ein paar Mal gedonnert, aber dann doch nicht geregnet. Jetzt war es also soweit. Die Ausläufer vom Wirbelsturm Wilma hatten uns eingeholt. Im Casa lief der Fernseher, der nahezu minütlich über Überschwemmungen in der Provinz Pinar del Rio und in Havanna berichtete. Für mich bestand kein Grund, bei so einem miesen Wetter noch länger in Cienfuegos zu bleiben. Außerdem wollte ich weiter. Ich hatte ja schließlich noch viel vor! Wir nahmen unser Frühstück, bezahlten das Casa und die Bewachung meines Autos, das auf der Straße geparkt war, und brachen auf in Richtung Trinidad. Wir fuhren über Caunao, San Antón, San Francisco, Playa Yaguanabo, Rio Hondo und Piti Fajardo eine Strecke, die an der Küste entlang nach Trinidad führte. Die Fahrt war zunächst etwas verregnet, so dass ich die Landschaft wegen der beschlagenen Scheiben zunächst nicht so genießen konnte. Hinter San Francisco klarte das Wetter dann aber auf, und die Sonne kam zum Vorschein. Der Regen wurde wohl an der Westseite der Sierra del Escambray aufgehalten. Das einzige, was dann noch vom Hurricane „Wilma“ zu spüren war, war der Wind der heftig blies. Die Wellen, die an die Felsen der Küste schlugen, erzeugten eine Gischt, und eröffnete mir die Gelegenheit, ein fast Poster-reifes Foto zu schießen. Auf dem Weg nach Trinidad haben wir einen Guajiro mitgenommen, der in Trinidad Backwaren verkaufen wollte. Er führte uns zu einem Casa Particular von einem „Freund“ von ihm. Wir guckten uns dieses Casa an, obwohl die Dueña des Casas in Cienfuegos uns bereits mit der Adresse eines Casas versorgt hatte. Sie hatte sogar schon mit den Vermietern dieses Casas telefoniert, um unsere Ankunft anzukündigen. So kam es, dass der Vermieter dieses Casas bei dem Casa eintraf, zu dem uns der Guajiro geführt hatte. Das Casa kam mir mit 15,- CUC schon einigermaßen günstig vor. Es gefiel uns aber nicht, so dass wir uns für den gleichen Preis bei dem Casa einmieteten, dass uns die Dueña aus Cienfuegos vermittelt hat. Am Nachmittag gingen wir noch ein bisschen in Trinidad herum, und erkundeten zunächst die Gebäude am Plaza Mayor, bevor wir das Museo Histórico Municipal besuchten. Es war eigentlich geschlossen, aber gegen einen (wahrscheinlich überteuerten) „Eintritt“ von 2,- CUC bekamen wir eine kleine Privatführung durch das eigentlich geschlossene Museum. Ein Mädchen von schätzungsweise sieben oder acht Jahren, die auf der Treppe eines Ladens saß, wo geschnitzte Kunstgegenstände und Häkeleien verkauft wurden, versäumte es nicht, mich nach einem Peso zu fragen. Wir waren längst nicht die einzigen Touristen in Trinidad. Ganze Busladungen waren in den Kopfsteingepflasterten Straßen unterwegs. Es gibt somit viel Tourismus in Trinidad. Meine Liste aus dem Internet mit Casas Particulares war für Trinidad entsprechend lang. Nach dem Museo Histórico Municipal interessierte mich noch das Museo Nacional de la Lucha Contra Bandidos. Leider war es nicht möglich auf den Glockenturm hinaufzusteigen um einen Blick über Trinidad zu bekommen. Angeblich wegen Reparaturarbeiten…. Wir beschränkten uns darauf weitere Waffen, Gegenstände und Dokumente der Revolution zu besichtigen. Irgendwie war es allmählich langweilig, da es sehr ähnlich dem war, was es in den Museen von Santa Clara zu sehen gab, und so langsam hatte ich genug davon. Wir gingen in die Calle José Martí, um eine Refresco zu trinken. Während wir längere Zeit darauf warteten, dass eine der Bedienungen der Bar ihr Gespräch beendete um eine Bestellung von uns aufzunehmen, beobachtete ich vor der Bar einige Polizisten wie sie eine Verkehrskontrolle machten, und scheinbar wahllos Fahrzeuge anhielten. Nachdem wir an der Bar dann unsere Bestellung aufgegeben haben, kamen dann auch unsere langersehnten Getränke. Wir gingen anschließend noch zum Parque Céspedes, wo wir aber schon nach relativ kurzer Zeit in einer nahe gelegenen Bar landeten, um noch einen Mojito zu vernichten. Es war nur wenig Eis verfügbar, da gerade Stromausfall war. Anschließend gingen wir zurück zu unserem Casa. Während unserer Besichtigung von Trinidad wurden wir angesprochen, ob wir denn nicht Essen wollten. Zu der Zeit noch nicht, aber wir würden gerne am Abend wiederkommen. Wir bestellten somit kein Abendessen bei der Dueña des Casas, sondern machten uns am Abend auf die Suche nach einem Paladar. Dies war in Trinidad im Dunkeln nicht so leicht, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wir fanden dann aber schließlich doch noch eines, nachdem Yanara mehrere Leute gefragt hatte. Das Essen war nicht umwerfend, aber es erfüllte seinen Zweck. Nach dem Essen bummelten wir in Richtung Casa de la Musica, wo eine Rumba gespielt und aufgeführt wurde. Die ganze Treppe war rappelvoll!! Das war DER Treffpunkt des Abends! Wir blieben jedoch nicht so lange dort, und traten nach einem Mojito bereits den Rückweg zu unserem Casa an, wo ich nur noch müde ins Bett fiel. Yanara unterhielt sich noch ein wenig mit der Dueña unseres Casas. Ich merkte nicht mehr, wann sie ins Bett kam.
Samstag
Wir frühstückten zunächst in unserem Casa. Der Vermieter fragte mich, ob ich von einem Nachbarn Benzin kaufen wolle. Mein Tank war noch etwa halbvoll. Ich konnte schon ein paar Liter gebrauchen. Der Nachbar, der mit einem 20 l Tank vorbeikam, sprach sogar deutsch! 80 Centavos pro Liter Combustible erschien mir jetzt nicht super-günstig….aber gut… Nachdem uns die Dueña fragte, was wir denn unternehmen wollten, erfuhren wir von ihr, dass Ausritte organisiert würden in das Valle de los Ingenios. Oh, das klang toll! Yanara schien von dieser Idee nicht abgeneigt zu sein. Ich bin früher schon einmal geritten, und wusste sehr gut, dass diese Viecher mit mir machen, was SIE wollen, aber Yanara zuliebe lies ich mich darauf ein, und der Vermieter organisierte uns einen Guajiro, der Pferde vermietete, und einen Führer. Der Preis von 46,- CUC kam mir dann jedoch nicht gerade billig vor…. Mit uns ritt auch noch ein junges Paar aus Italien, so dass wir insgesamt vier Leute und der Führer waren. Die Tour ging auf dicht bewachsenen Pfaden, die sich an den Berghängen entlangwindeten, und auf denen die Pferde fast bis zu den Knien im Schlamm versanken. Die Aussicht war schön. Ich konnte sie aber nicht wirklich genießen, da ich mit reiten beschäftigt war, und damit entgegenkommenden Zweigen auszuweichen. Auch die Fotos, die ich mit einer Hand geschossen habe, während ich mich mit der anderen irgendwie festhielt, sind nicht wirklich schön geworden. Es ging hinunter in das Tal, und wir ritten auf weit auslaufenden Wiesen an Zuckerrohrfeldern vorbei, im Valle de los Ingenios, in dem es laut meinem Reiseführer stillgelegte Zuckerrohrmühlen geben sollte. Ich habe jedoch auf unserem ganzen Weg nicht eine einzige davon gesehen! Es war zumindest das erste Mal, dass ich auf einem Pferd Galopp geritten bin. Yanara tat sich sehr schwer mit dem Reiten. Ihre Knöchel waren von den Büschen und Zweigen, die wir streiften, ein wenig wund, da sie nur eine Art Kniebund-Hose, und keine Strümpfe anhatte. Zudem waren ihre Steigbügel zu lang eingestellt, so dass sie keinen ordentlichen Halt im Sattel hatte. Die ganze Tour führte zu einem Wasserfall, wo wir auf andere Touristengruppen trafen. Dort haben wir uns eine Zeitlang im Wasser abgekühlt. Nach einer gewissen Zeit ritten wir den Weg dann wieder zurück nach Trinidad. Die ganze Tour dauerte aber insgesamt viel länger, als ich es mir ausgemalt hatte. Es war schon gut drei Uhr Nachmittags als wir in Trinidad von den Pferden abstiegen. Ich spürte meinen Hintern und bekam meine Beine fast nicht mehr wieder zusammen. Mein Gang muss einigermaßen komisch ausgesehen haben. Danach überlegten wir, ob wir noch eine Nacht in Trinidad bleiben würden, oder ob wir weiterfahren würden. Ich war einerseits ziemlich geschafft, und wollte zudem eine der besagten stillgelegten Zuckerrohrmühlen sehen. Andererseits hatte ich geplant, am Nachmittag schon nach Sancti Spiritus zu fahren, denn ich wollte ja noch viel sehen von Kuba. Yanara gab schließlich den Ausschlag. Nachdem sie bei ihrer Familie angerufen hatte, war sie sehr um ihre Familie besorgt, die in Havanna mit dem Hurricane „Wilma“ kämpfte. Sie entschloss sich, die Heimreise anzutreten. Die Frage war nur: WIE? Nach einigen Telefonaten erfuhr sie, dass am Abend ein Zug von Sancti Spiritus nach Havanna fahren sollte. Wir entschlossen uns also am späten Nachmittag noch nach Sancti Spiritus aufzubrechen. Der Weg führte uns an den Hinweisschildern auf die stillgelegten Zuckerrohrmühlen vorbei….!! Wir hielten dort dann aber nicht mehr an, denn schließlich musste Yanara einen Zug bekommen! Als wir in Sancti Spiritus am Bahnhof eintrafen, erfuhren wir dann, dass der Zug nach Havanna an diesem Abend nicht fahren würde. Er war wegen des Sturms gestrichen worden….!! Wir fuhren dann zum Bus-Terminal, wo Yanara nach einer Möglichkeit fragte, noch am gleichen Abend nach Havanna zu kommen. Es gab eine Möglichkeit. Es fuhr ein Bus am Abend. Dummerweise war sie nicht die einzige die fahren wollte, so dass sie aufgrund ihrer späten Anfrage auf einen Platz am hinteren Ende der Warteliste gesetzt wurde. Anschließend suchten wir ein Casa Particular. Dies gestaltete sich einigermaßen schwierig. Meine Liste aus dem Internet, führte für Sancti Spiritus nur wenige Adressen von Casas Particulares auf. Zudem war mein Stadtplan nur sehr rudimentär, und es war inzwischen schon dunkel, so dass ich keine Straßennamen mehr ordentlich lesen konnte. Die Auskünfte der Kubaner, die wir nach dem Weg fragten, verstand ich nicht so gut. Sie schienen sich zu widersprechen, und ich war nach einiger Zeit des Herumirrens einigermaßen genervt. Nachdem wir das Casa Particular, dessen Adressen wir suchten, gefunden hatten, sagte man uns, dass es leider voll belegt war. Ich wunderte mich schon, dass kein grünes Dreieck an der Tür zu sehen war, das einen Hinweis auf die Vermietung von Zimmern gegeben hätte. Yanara fragte eine Kubanerin, der wir zufällig begegneten, nach einem Casa Particular, und sie führte uns zu einem. Auf dem Weg dorthin sah ich ein Schild eines anderen Casas. „Nein, das ist leider voll !“ sagte uns die Dame, die angesprochen wurde, und wir fragten zunächst bei der Adresse nach, zu der sie uns führte. Das Zimmer war frei, etwas schmutzig, und sollte 20,- CUC pro Nacht kosten (wohl inklusive 5,- CUC für die Vermittlung). Ich ließ mich aber nicht davon abbringen bei dem anderen Casa, an dem wir vorbeigekommen sind, zu fragen, und siehe da……es war sauber, ansprechend, und sollte nur 15,- CUC kosten. So mietete ich mich bei diesem Casa ein, und bestellte noch zwei Abendessen bei der Vermieterin. Ich war heilfroh, dass ich ein Zimmer gefunden hatte! Nach dem Abendessen brachte ich Yanara zum Bus-Terminal. Sie hatte die Möglichkeit ein Ticket von Jemanden zu kaufen, der nicht nach Havanna fahren wollte, aber einen Platz weiter vorne auf der Liste hatte. So bekam Yanara am selben Abend noch einen Platz im Bus, und fuhr zurück nach Havanna. Es dauerte danach gut eine Stunde, bis ich vom Bus-Terminal meinen Weg zurück zum Casa Particular fand’ in dem ich mich eingemietet hatte. Ich habe noch eine ganze Weile Sancti Spiritus im Dunkeln erkundet, bevor ich mein Casa Particular endlich wieder gefunden hatte. Dort wieder angekommen, fiel ich nur noch müde ins Bett.
Sonntag
Am nächsten morgen frühstückte ich alleine. Yanara hatte also ihren Bus nach Havanna erwischt, und war nicht mehr zum Casa zurückgekommen. Wer weiß, ob sie es überhaupt gefunden hätte, wenn sie dorthin hätte zurückkommen wollen. Ich hatte den Eindruck, dass sie die Zeit mit mir nicht so sehr genossen hat. Schließlich war ich in ihrem Land, so dass sie vielleicht nicht so viel Gefallen und Interesse an meinen täglichen Foto-Safaris hatte, zumal das Programm auch ziemlich hektisch war. Mir wiederum war es auch nicht unrecht, dass sie zurückgefahren ist, da ich jetzt mein Ding alleine machen konnte, ohne mir Gedanken darum zu machen, ob dem anderen mein Programm jetzt gefällt oder nicht. Ich startete also wieder meine übliche Foto-Safari, und machte ein paar Fotos von Gebäuden, die in meinem Reiseführer als sehenswert beschrieben waren, wie z. B. die Puente Yayabo, die Biblioteca Provincial Ruben Villenas am Parque Serafin Sanchez oder die Iglesia Parroquial Mayor de Espirito Santo. Gegenüber der Iglesia de Nuestra Señora de Caridad am Parque Marceo ließ ich mir die Schuhe reinigen, die nach dem Ausritt in Trinidad sehr schmutzig waren. Meinem üblichen täglichen Rhythmus folgend, machte ich mich dann am Mittag wieder auf den Weg zu neuen Zielen. Mein Endziel für diesen Tag war Ciego de Avila, was lediglich ca. 80 km von Sancti Spiritus entfernt liegt, und somit in ein paar Stunden Fahrt erreichbar gewesen wäre…..aber nur dann, wenn man den direkten Weg über die Carretera Central fährt! Das war natürlich nicht meine Strecke! Ich nahm zunächst die Carretera Central nach Norden, die ich dann in Cabaiguan verließ, um auf einer kleinen Straße über Saltadero, Jíquima de Peláez, Jarahueca und Maneses nach Yagajuay zu fahren, wo ich mir das Denkmal von Camillo Cienfuegos angeguckt habe. Das Museum, was es dort gibt, war an Sonntagen natürlich geschlossen, so dass ich es dabei bewenden lassen musste, ein paar Fotos vom Denkmal zu schießen. Von Yaguajay bin ich dann über Siboney, Mayajigua, Chambas, Falla und Ranchuelo nach Morón gefahren. Da es schon langsam spät wurde, und ich nicht noch einmal ein Casa Particular bei Dunkelheit suchen wollte, hielt ich mich in Morón nicht weiter auf, sondern fuhr von dort über Giro Redondo, Ceballos und Santo Tomás nach Ciego de Avilla, was ich dann auch gegen 17:00 Uhr erreichte. Meine Internet-Liste von Casas Particulares enthielt nur zwei Adressen, so dass ich mir einigermaßen Sorgen machte, ob ich denn eine Übernachtung finden würde. Genau wie Sancti Spiritus war Ciego de Avila nicht so touristisch, dass ich sofort nach meiner Ankunft am Parque Martí mit „Hello my Freng!! Busca Casa Particulal?“ angesprochen worden bin. Ich parkte meinen Wagen in der Nähe, und begab mich zu Fuß auf die Suche nach einem Casa Particular (Das war riskant, denn schließlich hatte ich mein ganzes Gepäck im Kofferraum!). Wie fast überall in Kuba, wimmelte es auch nicht gerade von Hinweisschildern, so dass ich kaum Türen mit den grünen Dreiecken fand. Die drei Casas Particulares, die ich auf meinem Weg fand, besichtigte ich. Überrascht war ich nur über die Preise. Hatte ich die vergangenen Nächte jeweils für 15,- CUC übernachtet, forderte man in Ciego de Avila 20,- CUC pro Nacht. Durch eine erfolgreiche Verhandlung konnte ich zwar dann den Übernachtungspreis der vorherigen Nächte halten, aber dem Vermieter des Casas schmeckte das gar nicht. Gerade als ich meine Rucksäcke von meinem auf der Straße geparktem Auto in mein soeben angemietetes Casa Particular bringen wollte, sprach mich ein Kubaner auf Englisch an, und offerierte mir seine Dienste beim Auffinden eines Casas. Ich sagte ihm, dass er leider eine Stunde zu spät käme. Er hieß Carlos, und wollte sich komischerweise nicht auf spanisch mit mir unterhalten. Er begründete das damit, dass er sein Englisch üben müsse. So als ob er wusste, wie mies mein Spanisch war. Am Abend dann, begab ich mich auf die Suche nach etwas Essbarem. Da ich keine gute Alternative fand, landete ich in einem stark Klimaanlage-gekühlten Fastfood-Tempel, wo ich mir eine Mikrowellen-Pizza in den Kopf schob, die gerade so eben erträglich war, wenn das Frühstück die letzte Mahlzeit davor war! Um die Ecke, am Parque Martí gelegen, wurde Eis für ein paar Pesos Nacionales verkauft. In einer Bar daneben gönnte ich mir für je 10,- CUP ein paar Flaschen kubanisches Bier. Eine Frau sprach mich an. Sie konnte wohl ein paar wenige Worte Deutsch, zumindest soviel, dass sie ein Telegramm verfasst hatte, in dem sie einen Bekannten in Deutschland um finanzielle Unterstützung bitten wollte. Nach meinem Barbesuch setzte ich mich auf eine Bank am Parque Martí. Der war inzwischen schon ziemlich voll geworden, mit Nachtschwärmern, die den Abend begehen wollten. Nach einer Weile traf ich Carlos wieder. Ich fragte ihn, was man denn am Abend so unternehmen könne, und ob es denn eine Möglichkeit gäbe, zu tanzen. Wir gingen daraufhin zum Hotel Sevilla, das eine im oberen Stockwerk eine Hoteldiskothek hatte. Es gab wieder viel Diskussion mit den Türstehern. Da ich schon wusste, dass man sich als Besucher einer Hotel-Diskothek anmelden muss, als würde man dort übernachten, hatte ich meinen Reisepass bereits bei mir. Carlos organisierte noch eine Chica für mich, denn wir mussten uns wieder paarweise anmelden. Plötzlich kamen wir jedoch hoch, ohne dass wir uns anmeldeten. Ein Hotelangestelter winkte uns einfach heran, und wir wurden nach oben in die Hotel-Diskothek geführt. Dem Angestellten, der uns hochführte, gab ich die geforderten 5,- CUC „Eintritt“ (Welche Funktion die Chica jetzt noch hatte, war mir dann nicht mehr klar….). Die Diskothek war Eiskalt. Auch dort war die Klimaanlage voll aufgedreht. Zu uns gesellten sich noch zwei Freundinnen des Mädchens, die mit uns hochgegangen war. Ich fand mich plötzlich ein einer Runde mit drei mir unbekannten kubanischen Chicas, und Carlos wieder. Ich kaufte für die ganze Runde eine Flasche Rum sowie ein paar Dosen Refrescos zum Mixen. Am Abend tanzte ich dann auch mal mit einer der Mädchen. Ich stellte an diesem Abend jedoch zweierlei fest: 1. Es wurde nur wenig Salsa gespielt, und 2. ich war der älteste in der ganzen Diskothek! Die meiste Zeit wurde Ragaetton gespielt, zu denen sich die jungen Kubaner, und vor allen die jungen Kubanerinnen toll bewegen konnten. Es kam mir zwar nicht vor wie Tanzen, sondern wie eine Vorstufe zum –verkehr, aber bei den Kubanern sah das sehr gut und sehr gekonnt aus. Ich kann das nicht! Bei mir sieht es nur lächerlich aus!! Carlos hatte sich irgendwann verabschiedet. Nachdem ich zwei der Chicas auf deren Bitte hin Zigaretten gekauft hatte, hab ich sie nicht mehr gesehen. Sie verschwanden einfach irgendwo in der tanzenden Menge, und ich suchte auch nicht weiter nach ihnen. Gegen zwei Uhr nachts kippte ich die restlichen Refrescos und den Rest der Flasche Rum in mich hinein, und verließ die Diskothek in Richtung meines Casa Particulars. Bevor ich dort zurückkehrte, machte ich noch einen kurzen Kontrollgang zu meinem Auto, das diesmal ohne Bewachung in der Straße geparkt war. Soweit ich es im Dunkeln erkennen konnte, schien alles in Ordnung zu sein. Es war weder eine Scheibe eingeschlagen, noch eine Tür aufgebrochen. So ging ich in mein Casa Particular und legte mich schlafen. Die Biere und der Rum taten zudem ihre Wirkung.
Montag
Dafür, dass ich erst um zwei Uhr ziemlich besoffen ins Bett gegangen bin, stand ich am nächsten Morgen schon relativ früh auf. Ich duschte noch kurz, bevor ich meine Sachen packte, und das Casa verließ. Als ich zu meinem Auto kam stellte ich fest, dass jemand versucht hatte, das Auto aufzubrechen. Das Schloss der Fahrertür war beschädigt, und es hatte sich jemand an der hinteren Scheibe auf der Fahrerseite zu schaffen gemacht. Scheinbar aber ohne Erfolg, da sowohl das Radio, als auch das Reserverad und das Werkzeug im Kofferraum noch da waren.
Ich packte meinen Rucksack in den Kofferraum und fuhr zum Parque Martí, um mein Auto an einer belebten Ecke zu parken. Ich begab mich anschließend wieder daran Ciego de Avila zu erkunden, und setzte mich auf eine Bank, um meinen Reiseführer zu studieren. Es setzte sich ein junges Mädchen zu mir, und begann mit ihrem „Kundengespräch“. „Hola! Como estas? No buscas una chica? Tengo una casa muy cerca de aqui! No? Porque no? No te cayo bien?.....“ usw. Ich wollte nur meine Ruhe haben! Viel Sehenswertes gab es in Ciego de Avila nicht. Zudem war das Wetter auch nicht mehr so sonnig, wie am Tag zuvor. Es ging ein kräftiger Wind, und ich musste manchmal einige Minuten auf besseres Licht warten, bevor ich meine Fotos schoss. Gegen Mittag fuhr ich dann wieder weiter. Meine nächste Unterkunft wollte ich mir in Camagüey suchen. Von Ciego de Avila nach Camagüey sind es ca. 100 km, wenn man den direkten Weg auf der Carretera Central nimmt. Den hab’ ich selbstverständlich nicht genommen, denn ich wollte ja etwas von Kuba sehen! Ich fuhr also zunächst Richtung Norden, nach Morón. Aus dieser Richtung war ich ja einen Tag zuvor schon gekommen. Leider hatte ich in Morón nicht mehr angehalten. Das wollte ich jetzt nachholen. In meinem Reiseführer stand etwas über den Gallo von Morón, und von einem See namens Laguna de la Leche. In Ciego de Avila nahm ich Leute mit, die Richtung Morón mitgenommen werden wollten, darunter waren auch Ignacio und José. Ignacio kannte sich in und um Morón gut aus, und als ich ihm sagte, dass ich den Gallo von Morón sehen möchte, brauchte ich überhaupt keinen Stadtplan mehr, da er mich auf den kürzesten Weg dorthin führte. Als ich meine Fotos vom Gallo von Morón genommen hatte, wollte ich zur Laguna de la Leche. Auch das war kein Problem. Ignacio führte mich auf den kürzesten Weg dorthin. In meinem Reiseführer war erwähnt, dass das in den See eindringende Salzwasser eine Schaumbildung an der Wasseroberfläche hervorrufen würde. Als ich dort ankam habe ich nichts davon sehen können. Die einzige Schaumbildung an der Oberfläche einer Flüssigkeit, war die auf unseren Bieren, die wir uns in einer Bar an der Laguna de la Leche genehmigten. Auch wenn die Fahrt dorthin landschaftlich sehr schön war, so konnte ich das in meinem Reiseführer beschriebene Phänomen nicht entdecken. Mein Tagessoll war damit fast erfüllt. Es fehlte nur noch die Unterkunft in Camagüey. Ignacio bat mich, in Morón bei seiner Frau anzuhalten. Er wohnte nicht mehr mit ihr und seinem Sohn zusammen, da er nicht genug Geld für eine eigene Wohnung hatte, und auf das Haus seiner Schwiegermutter angewiesen war, mit der er sich jedoch nicht verstand! Nach einem Zwischenstopp bei seiner Familie in Morón fuhren wir dann in Richtung seines Hauses. Er führte mich auf einer kleinen Straße Richtung Westen. Wir fuhren vorbei an Sümpfen, durch kleine Ortschaften wie La Veintiuno, und La Enriqueta. Die Landschaft wäre sicherlich ein Foto wert gewesen, wenn es nicht geregnet hätte. Es war auch längst nicht mehr so warm. Es waren nur noch ca. 24 Grad, was mir für Kuba relativ kalt erschien. Ich dachte auch, dass ich jetzt schon so weit nach Osten gefahren sei, dass ich von den Ausläufern des Hurricane „Wilma“ eigentlich nichts mehr merken dürfte. Ignacio klärte mich auf: Nicht Hurricane „Wilma“ war das Problem, sondern Hurricane „Alpha“, der sich von der Dominikanischen Republik aus auf Kuba zu bewegte. Ich war also dem einen Sturm entkommen, und fuhr in den nächsten hinein! Ich brachte Ignacio und José nach Hause. Ich erinnere nicht mehr so genau, wie der Ort hieß in dem sie wohnten (war es Bolivia?). Ignacio zeigte mir sein Haus, in dem er mit seinen Eltern wohnte. Es war ein Haus in einem kleinen Ort mitten auf dem Land. Es war sehr einfach eingerichtet, und sah damit schon anders aus, als die Casas Particulares, in denen ich mich einmietete. Anschließend fuhr ich wieder auf die Straße in Richtung Westen. In Esmeralda verließ ich diese Straße in Richtung Süden, und fuhr zur Carretera Central, die ich in Florida erreichte. Vor dort waren es dann noch ca. 39 km nach Camagüey. In Florida nahm ich eine Frau mit, die nach Camagüey wollte. Sie fragte mich, ob ich denn ein Casa Particular suchen würde. Als ich das bejahte führte sie mich zu einem Casa ziemlich am Ortseingang. Es war aber schon belegt. Der Vermieter wusste aber noch von einem anderen Casa in der Nachbarschaft. Wir gingen dort hin, und ich guckte es mir an. Es sollte 20,- CUC pro Nacht kosten. Erstens war es etwas außerhalb des Zentrums gelegen, und zweitens vermutete ich, dass in dem Übernachtungspreis wieder 5,- CUC „Vermittlungsprovision“ mit eingerechnet wurden. Ich lehnte dankend ab, und fuhr weiter in Richtung Zentrum, um mir selbst ein Casa zu suchen. Irgendwann parkte ich mein Auto, irgendwo in der Nähe einer Kirche an der Straße José Marti, und begab mich auf die Suche nach einer Unterkunft. Das gestaltete sich in Camagüey gar nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte. Meine Internet-Liste enthielt schließlich mehrere Adressen. Man musste sie nur finden! Aber genau das gestaltete sich schwierig, da mein Stadtplan, den ich hatte, nicht besonders gut war. Viele Adressen meiner Internet-Liste fand’ ich nicht auf meinem Stadtplan wieder. Das reduzierte meine Übernachtungsmöglichkeiten ein wenig. Es dauerte zudem eine ganze Weile, bis das ich wusste, wo ich überhaupt war. Die Straßenamen, an denen ich vorbeikam, habe ich in meinem Stadtplan gar nicht erst gefunden, so dass ich eine ganze Weile ziemlich orientierungslos herumlief. Als ich meine Orientierung dann fand, fand ich auch bald darauf einige Casas. Leider waren die bereits belegt, selbst für einen Übernachtungspreis von 20,- CUC. Ich fand schließlich eine Übernachtungsmöglichkeit für 15,- CUC in der Nähe des Plaza de los Trabajadores. Anschließend holte ich meinen Mietwagen, den ich an der Kirche abgestellt hatte, und in dessen Kofferraum ja auch mein Rucksack lag. Ich hatte anschließend natürlich wieder das Problem, wo ich mein Auto würde parken können. Ich parkte es an einer breiten Straße gegenüber vom Teatro Principal. Am Abend streifte ich wieder durch die Stadt, um einmal meine nähere Umgebung zu erkunden, und zum anderen etwas zu Essen aufzutreiben. Ich landete schließlich in einer kubanischen Pizzeria. Die Pizza, die ich dort aß, schmeckte noch scheußlicher als die, die ich nur einen Abend zuvor im Schnellrestaurant in Ciego de Avila gegessen habe. Sie schien aber ein Standard zu sein, denn um mich herum waren einige weitere Kubaner, die sich der gleichen kulinarischen Erfahrung hingaben. Aber es reichte um satt zu werden. In einer anderen Bar wurden trockene Brötchen mit einem Stück Fleisch angeboten. Die sahen auch nicht viel versprechender aus. Ich ging weiter und landete am Plaza Marceo, wo ich plötzlich auf Deutsch angesprochen wurde. Miguel, ein Kubaner ende vierzig, hatte mal ein paar Jahre in Halle an der Saale gearbeitet. Wir gingen in die am Plaza gelegene Bar, und genehmigten uns dort ein paar Biere, und unterhielten uns den ganzen Abend auf Deutsch. Nur die Biere wurden noch auf Spanisch bestellt. Komischerweise waren wir die einzigen in der Bar. Es schien nicht viel los zu sein in Camagüey. Später fing es auch noch an zu regnen, so dass wir uns einen regengeschützten Platz suchen mussten. Aber der Abend war wirklich gemütlich. Nach ein paar Dosen Bucanero verabschiedeten wir uns, und ich ging zurück zu meinem Casa. Auf dem Weg dorthin begegnete mir noch eine Chica (Negra), die auf der Suche nach Vergnügung und wahrscheinlich auch Geschäft war. Das Kundengespräch mit ihr beendete ich dann aber relativ schnell.
....Fortsetzung folgt....
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20.07.2006, 14:53
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Meine kleine Rundreise (Okt. 2005) Beitrag #2
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...hier is' se....die Fortsetzung
Dienstag
Mein Tag begann wieder mit dem Frühstück. Meinem üblichen Rhythmus folgend, wollte ich danach natürlich wieder mit meiner Kamera durch die Stadt gehen. Schließlich wollte ich ja mal bei Tag sehen, wo ich denn angekommen bin. Ich nahm mir also meinen Reiseführer und machte mich auf den Weg. Ich ging zunächst in Richtung Plaza de los Trabajadores. Nachdem ich dort ein paar Fotos von der Iglesia de nuestra Señora de Merced und von der Post gemacht hatte, orientierte ich mich Richtung Norden, Richtung Bahnhof, zum Museo Ignacio Agramonte. Auf den Straßen war richtig viel los. Ich machte ab und zu auch ein paar Fotos, aber so richtige Lust darauf, wollte bei mir nicht mehr aufkommen, da das Wetter nicht unbedingt mitspielte. Der Himmel war bewölkt, und ich war der Meinung, dass das Licht nicht mehr danach war, schöne Fotos zu machen. Ich schlenderte auf der República wieder zurück in die Richtung aus der ich gekommen war. Die Iglesia de Nuestra Señora de la Soledad war vollständig mit einem Gerüst eingefasst, so dass auch das kein schönes Motiv für ein Foto mehr war. Ich ging weiter auf der Av. De Agramonte und kam am Plaza de los Trabajadores vorbei. Auf der Cisneros ging ich dann weiter in Richtung Palacio de Justicia, und weiter bis zum Parque Ignacio Agramonte. Auch hier spielte das Wetter nicht so richtig mit, so dass ich nur wenig Fotos machte. Sie wären einfach nicht schön geworden, und ich wollte nicht mehr mit aller Gewalt Fotos machen. Ich ging dann noch am Plaza San Juan de Dios vorbei bis zum Casino Campestre, ohne jedoch noch irgendwelche Fotos zu machen. Nach dem Verlust meines Kulturbeutels waren meine Fingernägel inzwischen sehr gewachsen. Ich ging also in die Stadt zurück, um einen Laden zu suchen, wo ich mir einen Nagelklipser kaufen konnte. Wo immer ich jedoch danach fragte, traf ich nur auf ratlose Gesichter, die mir mit diesem Problem auch nicht weiterhelfen konnten. Ich ging zurück in Richtung meines Casas, und beschloss einen kontrollierenden Blick auf mein Auto zu werfen, das ich einen Tag zuvor gegenüber dem Teatro Principal abgestellt hatte. Ich sah, dass ein paar kubanische Frauen und ein Polizist von der Patrulla auf den Motorrädern ganz interessiert in das Auto guckten. Ich ging hin um zu fragen, ob es ein Problem gäbe. Es stellte sich heraus, dass die Frauen den Polizisten gerufen haben, da das Auto schon seit dem Vorabend dort gestanden hat, und es ihnen so vorkam, als hätte jemand das Auto aufgebrochen (seit Ciego de Avila war das Türschloss auf der Fahrerseite beschädigt). Das eigentliche Problem war vielleicht auch nur, dass ich keine von Ihnen mit der „Bewachung“ meines Autos beauftragt hatte. Nachdem geklärt war, dass niemand in das Auto eingebrochen war, und weder Radio noch Werkzeug noch Reserverad fehlten, „bat“ mich der „freundliche“ Schutzmann eindringlich unter Androhung einer Multa von 30,- CUC, mein Auto umgehend dort wegzufahren. Ich habe es mir verkniffen zu fragen, wo ich denn seiner Meinung nach parken sollte, oder was seiner Meinung nach der Unterschied wäre, ob das Auto jetzt hier oder 50 m um die Ecke steht. Es war schon Mittag, und ich hatte damit auch die Schnauze voll von Camagüey. Außerdem wollte ich ja noch nach Las Tunas weiterfahren, der letzte Ort auf meiner Liste, den ich in diesem Urlaub besuchen wollte. Ich fuhr also ein paar Straßen weiter, parkte mein Auto am Straßenrand, und ging in mein Casa Particular, um zu bezahlen und meine Sachen zu holen. Die Dueña des Casas ließ mich sogar noch telefonieren, so dass ich in Las Tunas bei einem Casa Particular aus meiner Internet-Liste anrief, um zu fragen, ob sie denn ein Zimmer für mich hätten. Ich erreichte jedoch nicht die Dueña des Casas, sondern lediglich eine Haushälterin (?), die mir keine vernünftige Auskunft geben konnte. Ich bezahlte, und machte mich auf den Weg. Es war schon ca. 14:00 Uhr, und bis nach Las Tunas lag noch ein Weg von ca. 121 km auf der Carretera Central vor mir. Die Fahrt dorthin war nicht sonderlich interessant. Ich nahm noch ein paar Kubaner mit, die nach Sibanicú und nach Guáimaro wollten, aber ansonsten fuhr ich ohne Pausen bis nach Las Tunas durch. Als ich mich in Las Tunas dann zu der Adresse des Casas Particulares durchgefragt hatte, das ich aus meiner Internet-Liste hatte, war ich erstaunt, dass auch da kein grünes Dreieck an der Tür war, das auf eine Lizenz hingedeutet hätte. Es war auch gar kein Platz mehr in diesem Casa frei, aber es gäbe ja noch eine Nachbarin, ein paar Straßen weiter……dort, ja dort…wäre was frei! Man würde mich gerne dorthin führen! Ich nahm dieses Angebot diesmal gerne an, da meine Internet-Liste keine weitere Adresse außer dieser enthielt. Las Tunas war nicht als besonders touristisch beschrieben. Und siehe da: Dort gab es ein Casa Particular mit grünem Dreieck, und einem freien Zimmer! Es wunderte mich dann auch nicht mehr, dass dieses Casa dann 20,- CUC pro Nacht kostete. Die Vermittlung hat schließlich auch ihren Preis! In der Nachbarschaft gab es einen Hof, wo ich für 2,- CUC mein Auto unterstellen konnte. Aus diesem Hof drang laute Musik. Es stellte sich heraus, dass dort gerade ein Geburtstag gefeiert wurde. Noch ehe ich überhaupt meinen Rucksack aus dem Auto geholt und auf mein Zimmer gebracht hatte, hatte ich schon ein Glas Rum in der Hand, um mit der Runde anzustoßen. Komisch war nur, dass das alles Männer waren. Außer der Dueña, der der Hof gehörte und ihrer Tochter, die zudem beide mit der Zubereitung des Essens beschäftigt waren, waren weit und breit keine weiblichen Wesen zu sehen. Ich schaffte es schließlich doch noch, zwischendurch meinen Rucksack auf das Zimmer zu bringen. Die Konversation in Spanisch fiel mir von Glas zu Glas immer leichter… Irgendwann wurde ich dann gebeten ein paar Leute in eine Bar zu begleiten, um dort für ein paar weitere Flaschen Rum zu erwerben. Das war kein Problem für mich, schließlich amüsierte ich mich köstlich. Ich bezahlte dort weitere drei Flaschen, und wir gingen zurück in den Hof. Es spielte Salsa-Musik. Trotz meines angeheiterten Zustands habe ich jedoch davon abgesehen, einen der anwesenden Herren zum tanzen aufzufordern. Das Essen roch gut. Es gab Huhn mit Reis und Bohnen, und schmeckte richtig gut! Genau wie der Rum! Nach dem Essen wurde beschlossen in eine Bar zu gehen. Man wollte sogar, mit meinem Auto dorthin fahren. Das lehnte ich aber entschieden ab! Schließlich war keiner von uns noch nüchtern! Ich ging noch mit Francisco, einem Boxer aus der Runde, in eine Bar für Kubaner, wo das Bier in CUP berechnet wurde. Einen größeren Teil dieser Restbestände hab’ ich dann dort in der Bar gelassen, wo sie mir auch sinnvoll angelegt schienen. Anschließend ging ich dann zu meinem Casas Particular zurück, wo ich meinen Rausch dann ausschlafen konnte.
Mittwoch
Am nächsten morgen folgte ich wieder meinem bewährten Rhythmus. Ich hatte am Vortag nichts vereinbart über ein Frühstück. Und so ging ich zunächst in Richtung Hauptstraße. Dort aß ich dann so ein Brötchen mit irgendeinem Fleisch oder Schinken oder so…..ich wollte das nicht weiter untersuchen! Irgendwo gab es dann auch einen Stand, wo ein paar Tropfen Kaffe verkauft wurden. Ich genehmigte mir einen Kaffee und eine „Refresco“, die, wie überall in Cuba, ein süßes Zuckerwasser war. Auf meinem Weg durch die Hauptstrasse kam ich an einem Internet-Service vorbei. „Super“, dacht’ ich mir. Gibt mir Gelegenheit mein Ticket noch einmal auszudrucken, das ich ja in dem Kulturbeutel hatte, der mir in Havanna geklaut worden ist. Ich fragte mich freundlich durch, und es wurde mir gesagt, dass der Dienst leider zurzeit nicht verfügbar sei, weil……(wer hätte es gedacht?)…..wieder einmal Stromausfall war. Angeblich sollte das die nächsten zwei Stunden auch noch so sein. Ich nutzte die Zeit, und ging mit meinem Reiseführer in der Hand durch Las Tunas. Auch hier machte ich nur noch wenige Fotos. Erstens gibt es in Las Tunas nicht so viel zu sehen, wie in anderen größeren Städten, und zweitens war der Himmel durch Hurricane „Alpha“ bewölkt, so dass das Licht auch nicht so schön war. Auch die Temperatur war nur ca. 24 Grad, was ich in meinen vorigen Kuba-Urlauben so kühl noch nicht erlebt hatte. Ich hatte es mir abgeschminkt, mit aller Gewalt Fotos zu machen, nur weil ich nun mal gerade zufällig da war. Als ich am Parque Vicente Garcia angekommen war, wurde es plötzlich hektisch. Ein Kubaner flüchtete, gefolgt von einer Horde Polizisten. Wenig später wurde der Mann in netter Begleitung der Polizisten und in Handschellen wieder zurück auf den Platz geführt. Auf meinem Rundgang sprach mich ein Kubaner an, auf Deutsch!! Ich muss wohl, ähnlich wie schon in Camagüey, ein großes Schild getragen haben „soy un yuma alemán, por favor, hable conmigo en mi idioma“. Oscar hatte in der ehemaligen DDR gearbeitet und gelebt, und freute sich, einen Yuma zu treffen, mit dem er deutsch reden konnte. Ich fragte ihn nach einem Geschäft, wo ich denn einen Nagelknipser kaufen könnte. Auch der war mir ja in Havanna geklaut worden, und meine Fingernägel wurden langsam zum Problem. Er zeigte mir einen solchen Laden, und ich erstand den Nagelknipser, nachdem ich in einem Cupex-Laden zwei Dosen Bier gekauft hatte um an Wechselgeld zu kommen. Wir gingen anschließend zum Parque Vicente Garcia wo wir uns unterhielten und dabei das Bier vernichteten. Eine Chica sprach mich auf Deutsch an, ob ich denn aus Deutschland wäre. Sie hatte von ihrem Novio ein Handy (Siemens) bekommen und konnte keine SMS mehr empfangen, weil der Speicher voll war, und sie nicht wusste, wie man den Speicher wieder leert. Ich löschte alle ihre SMS und sofort kamen weitere rein, die wohl schon in der Warteschlange waren. Nachdem ich mich auch von Oscar verabschiedet hatte, besuchte ich noch ein Museo auf der Calle V. Garcia wo ich ganz alleine war, und sich die Angestellte mir voll und ganz widmen konnte (mein Reiseführer sagt hierüber leider nix, so dass ich nicht mehr nachschlagen kann, welches es war. Es war NICHT das Museo Gral. Garcia). Als ich aus dem Museo rauskam ging ich noch einmal zum Internet Dienst, der inzwischen wieder Strom hatte. Ich druckte mir aus meiner Mailbox noch einmal mein E-Ticket aus, und ging zum Parque Vicente Garcia, wo ich Francisco mit einigen seiner Freunde traf. Wir unterhielten uns noch eine Weile, bevor ich mich so um ca. 14:00 Uhr verabschiedete, um mein Casa zu bezahlen, und den Heimweg in Richtung Havanna anzutreten. Ab jetzt galt es Kilometer zu fressen! Am Freitag mittag musste ich das Auto schließlich wieder am Hotel Sevilla in Havanna abgeben. Las Tunas ist ca. 680 KM davon entfernt. Und zwar kubanische Kilometer! Nicht dass die nicht genauso lang wären wie anderswo, aber die Straßen sind einfach andere! In Kuba gehe ich nicht auf eine Autobahn und fahre diese Strecke mal eben innerhalb eines Tages, mit Tempo 160. Es gibt zwar eine Autobahn, aber die geht nur bis Sancti Spiritus! Auch davon war ich noch ein ganzes Stück entfernt! Ich begab mich also direkt auf die Carretera Central. Auf der Strecke nahm ich wieder einige Kubaner mit. Ich fuhr durch Camagüey und ließ dort einige Kubaner raus, einige andere nahm ich dort wieder auf. In Camagüey stieg auch ein Polizist zu. Ich fragte ihn, wohin er denn fahren wolle. Er antwortete, dass er in derselben Nacht noch bis nach Havanna müsse, damit er morgen dort seinen Dienst wieder antreten könne. Als er in Camagüey bei mir zustieg, war es aber mittlerweile ca. 16:00 Uhr. Ich fuhr weiter auf der Carretera Central. In Florida hielt ich noch mal an um zu tanken. Außerdem hatte ich Hunger, da ich seit dem Kaffe und dem Brötchen vom Vormittag noch nichts weiter gegessen hatte. Das hatte schon was Komisches: Ein deutscher Tourist hält mit seinem Mietwagen voller Kubaner und einem kubanischen Polizisten auf dem Beifahrersitz an einer Tankstelle. Ich bezahlte das Benzin, und kaufte noch eine Packung Kekse, die mir bei der Weiterfahrt als Reiseproviant dienten. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, als der Tankwart mit einem ölverschmierten Lappen meine Scheiben „saubergemacht“ hatte. Wir fuhren weiter auf der Carretera Central in Richtung Ciego de Avila. Auf der Strecke ließ ich nach und nach meine Mitfahrer auf der Rückbank raus, so dass ich irgendwann mit dem Polizisten alleine im Auto saß (der wollte ja noch nach Havanna!). Mir fiel ein Abzeichen auf seinem blaugrauen Diensthemd auf, auf dem irgendwas stand von „policia especial“. Ich sprach ihn darauf an und fragte ihn, was denn seine Einheit spezielles machen würde. Er erklärte mir, dass er sich in Havanna darum kümmern würde, dass die Touristen nicht belästigt werden. Wir sprachen nicht viel miteinander, und er war mir nicht so angenehm, dass ich gerne mit ihm gefahren wäre. Ich entschloss mich also, ihn loswerden zu wollen. Als wir kurz vor Ciego de Avila angekommen waren, erklärte ich ihm, dass ich mir in Ciego de Avila ein Casa Particular suchen würde, und somit nicht mehr weiterfahren würde. An irgendeiner Kreuzung wo ein schlecht lesbarer Hinweis die Strecke nach Havanna anzeigte, ließ ich ihn raus, und fuhr weiter Richtung Innenstadt. Als ich dort war, entschloss ich mich jedoch, nach Sancti Spiritus weiterzufahren, und fuhr durch den Ort durch, obwohl es schon langsam dunkel wurde. Ich nahm auch niemanden mehr mit, da ich froh’ war, mal eine Weile alleine im Auto zu sein. Kurz vor Sancti Spiritus nahm ich mitten auf freier Strecke noch mal einen Kubaner mit, der in die Stadt wollte. Ich setzte ihn in der Nähe des Bus-Terminals ab. Es war zwar schon dunkel als ich in Sancti Spiritus ankam, aber ich war ja schon einmal hier, und hoffte, dass ich den Weg zu meinem Casa Particular schnell finden würde. Dem war nicht so! Ich muss wohl einmal falsch abgebogen sein, auf jedenfall sah’ das alles völlig anders aus, als ich es vom Hinweg in Erinnerung hatte!!! Ich fuhr eine ganze Weile herum, um irgendeinen Punkt zu finden, den ich kannte. Ich fuhr dabei durch Viertel, die völlig dunkel waren, da dort …wie sollte es anders sein… der Strom ausgefallen war. Irgendwann fand’ ich doch noch das Casa Particular, in dem ich auf dem Hinweg bereits übernachtet hatte. Ich quartierte mich dort ein, und bestellte mir noch ein Abendessen. Danach beschloss ich, noch das Nachtleben von Sancti Spiritus zu ergründen. Am Parque Serafin Sánchez gab’ es eine Diskothek. Nach meinen Erfahrungen in Ciego de Avila war ich jedoch nicht so besonders scharf darauf. Erstens war ich alleine, ohne eine Chica als Begleitung unterwegs, zweitens wäre ich sowieso wieder der älteste dort gewesen, und drittens war ich auch zu müde für Reggaeton. Ich suchte nach dem Casa de la Trova. Das hatte auch auf. Nachdem ich meinen 1,- CUC Eintritt bezahlt hatte ging ich hinein. Es bot sich eigentlich ein trauriges Bild. Vor der Bar waren ein paar Tische aufgestellt, die mit jungen Kubanern besetzt waren. Auf jedem Tisch standen etliche Bier- und Rumflaschen, und es wurde laut gegrölt, und alle schienen Spaß zu haben. Der Band, die spielte, wurde keinerlei Beachtung geschenkt. Außer einer Kubanerin und meiner Wenigkeit, war niemand da, der der Band zuhörte. Ich trank zwei Bier, während ich der Band lauschte. Es wurde schöne traditionelle kubanische Lieder gespielt. Die Biere machten meine Augenlider noch schwerer, so dass ich bald danach zurück zu meinem Casa Particular ging, und den Tag für beendet erklärte.
Donnerstag
Am nächsten morgen Frühstückte ich im Casa Particular. Nach dem Frühstück bezahlte ich die Übernachtung, das Abendessen und das Frühstück und ging mit meinem Gepäck zum Nachbarhaus, wo ich mein Auto untergestellt hatte. Ich lud dort meinen Rücksack in das Auto, und ging dann aber noch einmal in die Stadt. Ich wollte noch eine Flasche Rum kaufen (von der Sorte, „die so schön hat geprickelt in meinem" Kopf auf der Fete in Las Tunas). Ich glaubte mich zu erinnern, dass ich sie im Schaufenster eines Ladens gesehen hatte. Außerdem wollte ich Cochita in Havanna anrufen, damit sie Yanara ausrichtete, dass ich heute noch bei ihr in Havanna eintreffen würde. Ich sagte Cochita, dass ich jetzt in Sancti Spiritus sei, und „en la tarde“ in Havanna ankommen würde. „En la tarde“ hatte ich wohl sehr kubanisch gemeint, wie sich noch herausstellen sollte… Ich ging noch eine Weile in Sancti Spiritus herum, aber es war schon wieder gut Mittagszeit, als ich aufbrach. Bevor ich fuhr machte ich noch einmal einen kleinen Zwischenstopp um ein paar Maracas zu erstehen. Außerdem fuhr ich nicht auf die Autobahn. Auf meinem Hinweg hatte ich ja keine Zeit gehabt bei den Ingenios im Valle de Ingenios anzuhalten, da ich Yanara ja zu einem Zug in Sancti Spiritus gebracht hatte, der ja dann angeblich wegen des Sturms gar nicht fuhr. Ich hatte somit noch eine Lücke auf meiner Landkarte, und ich wollte noch eine der Ingenios besichtigen. Ich fuhr somit nicht zur Autobahn, sondern zunächst in Richtung Trinidad und dem Valle de Ingenios. Es dauerte ca. ein Stunde bis ich zur Maraca de Iznaga kam. Ich war dort fast der einzige Tourist. Es war weit und breit kein Touristenbus zu sehen. Ich parkte mein Auto etwas abseits an der Straße, und ließ es dort mit dem ganzen Gepäck im Kofferraum stehen. Ich stieg den Aussichtsturm hinauf, genoss die Landschaft und die wunderbare Aussicht in das Tal, und machte ein paar Fotos. Mein Auto hielt ich dabei auch ein bisschen im Auge….In den Häusern am Fuße des Aussichtsturms machten eine Gruppe von Kubanerinnen irgendwelche Tanzübungen, dabei winkten sie mir auf dem Aussichtsturm zu. Nach dem Abstieg vom Aussichtsturm ging ich noch in das Hauptgebäude. Darin fand sich jedoch lediglich nur ein Restaurant und ein Souvenir-Laden, was ich nicht weiter interessant fand. Ich ging wieder zu meinem Auto, was unbeschadet an der Straße stand. Als ich einstieg winkten mir ein paar junge Chicas zu. An der Hauptstraße standen ein paar Kubaner um zu trampen, unter anderen auch Antonio, ein um die dreißig jähriger Cubano, blanco. Er sagte mir, dass er nach Sancti Spiritus wolle. Kein Problem für mich! Da wollte ich ja auch noch hin. Ich wollte ja noch auf die Autobahn, und noch bis Havanna am selben Tag! Ich erklärte ihm, dass ich gerne eine weitere der Ingenios besichtigen würde, und anschließend nach Sancti Spiritus zurückfahren würde. Wir einigten uns darauf, dass er mir den Weg zeigen würde, und anschließend würden wir dann nach Sancti Spiritus fahren. Das war OK für mich! Er erklärte mir auch, dass die jungen Chicas, die mir zuwinkten, semi-proffessionnelle seien. Auch das hatte ich mir schon gedacht! Er führte mich zu einer Zuckerrohrmühle, aber nicht etwa zu einer alten, verlassenen, so, wie sie in meinem Reiseführer beschrieben wurden, sondern zu einer „neuen“ in der wirklich noch Zucker aus Zuckerrohr gewonnen wurde. Als wir dort ankamen, war jedoch dort kein Betrieb, weil wohl gerade keine Saison war. Wir fuhren an den Schienen vorbei, wo die ganzen Wagons mit dem Zuckerrohr ankamen. Ich konnte richtig einmal in die Zuckerfabrik reingucken, und Antonio erklärte mir, wie aus dem Zuckerrohr der Zucker gewonnen wird. Danach sagte ich ihm, dass ich denn auch noch ganz gerne eine der alten, verlassenen Ingenios besichtigen würde. Auch das war kein Problem. Er führte mich zu einer der verlassenen. Nachdem wir die besichtigt hatten fuhren wir in Richtung Sancti Spiritus. Es mag schon etwa früher Nachmittag gewesen sein. Die ganze Fahrt über unterhielten wir uns sehr gut, und hatten ´ne Menge Spaß! Wir redeten über Kuba, über das weibliche Geschlecht, über Deutschland usw... usw... Als wir in Sancti Spiritus ankam, fragte ich ihn, wo ich ihn denn herauslassen sollte. Er sagte mir, dass er noch weiter mitfahren würde. Uuuups! Wieso jetzt das? Er wollte eigentlich in die Nähe von Santa Clara. Na ja, auch kein Problem. Die Autobahn führt schließlich an Santa Clara vorbei. Wir unterhielten uns also weiter, während ich auf die Autobahn fuhr. Ich erzählte ihm auch von meiner Nacht in Santa Clara und von meinen guten „Gesprächen“ die ich mit Yamisel dort hatte, und erzählte ihm auch, dass ich sie zwar gegen Morgen nach Hause gebracht hatte und am nächsten Tag noch bei ihr zu Hause war, um mich zu verabschieden, aber nicht nach Ihrer Adresse gefragt hatte. Antonio schlug vor, das schleunigst nachzuholen. Sie würde sich bestimmt freuen. Schließlich wären es ja nur 10 Minuten von der Autobahn nach Santa Clara rein, Adresse holen, und 10 Minuten wieder zurück auf die Autobahn. Also gut! Sei es drum! So machten wir es dann. Es dauerte eine gewisse Zeit, bis ich von der Autobahn die Punkte gefunden hatte, von denen aus ich das Haus von Yamisel finden würde. Antonio konnte mir dabei nicht helfen. Schließlich kannte er sie ja nicht. Wir fanden schließlich das Haus, und die Überraschung war groß, als ich dort wieder auftauchte. Wie bei meinem ersten Besuch, war die Begrüßung freundlich distanziert. Ich unterhielt mich ein bisschen mit Yamisel und sagte ihr auch, dass ich gekommen wäre, um nach ihrer Adresse zu fragen, damit wir die Möglichkeit hatten ein bisschen Kontakt zu halten. Sie gab mir eine Adresse. Ob es auch die war, wo ich sie besucht hatte, hab’ ich nicht nachgeprüft. Als wir nach ca. einer halben Stunde wieder ins Auto stiegen, eröffnete mir Antonio, dass er in einen kleinen Ort nur 20 Min. südlich von der Autobahn fahren wolle, um seine Freundin zu besuchen. Ich erklärte mich bereit, ihn dorthin zu bringen, und so fuhren wir auf einer holperigen Straße nach Manicaragua. Ich fuhr auf diese Weise noch einmal durch eine schöne Landschaft. Als wir dort ankamen setzten wir uns noch mal für eine Weile auf eine Dose Refresco hin, bevor wir uns verabschiedeten und ich wieder zurück zur Autobahn fuhr. Es war schon gut 17:00 Uhr, und ich wollte an dem gleichen Tag noch ganz bis nach Havanna, zum Haus von Yanara. Auf der Autobahn nahm ich noch zwei Negras mit Kind auf (wahrscheinlich Oma, Tochter, Enkel), die auch nach Havanna wollten. Der Kleine sah’ mit seinen geglätteten und goldblond gefärbten Haaren ziemlich komisch aus. Ohne dass ich etwas davon gesagt hätte, gab mir die eine der beiden Frauen 70,- CUP für die Fahrt. Ich lehnte das nicht ab, und nahm das Geld. Nach dem Ausgehen in Las Tunas hatte ich fast keine CUP’s mehr. Während wir auf der nicht enden wollenden Autobahn nach Havanna fuhren, wurde es immer dunkler. Die Fahrt kam mir sowieso sehr lang’ vor, nicht nur aufgrund der Kilometer! Erstens war ich vom vielen Autofahren langsam müde, und zweitens kam mit den beiden Negras keine Unterhaltung zustande, so dass die ganze Fahrt über geschwiegen wurde. Die Fahrt wurde im Dunkeln auch langsam anstrengend, da es auf der Autobahn keine Straßenbeleuchtung gab (wenn es sie gegeben haben mag’ dann wird sie wohl wegen Stromeinsparungen ausgeschaltet gewesen sein). Ich habe im Nachhinein keine Ahnung mehr, wo in Havanna ich von der Autobahn abgefahren bin. Ich war wieder einmal im Dunkeln in einer mir fremden Stadt angekommen, und war wieder einmal ziemlich orientierungslos. Ich hielt irgendwo an, stieg aus, um an meine Straßenkarte von Havanna zu kommen, die in meinem Rucksack war. Durch das hintere Fenster beobachtete ich, dass die eine Passagierin die Ablagen um den Fahrersitz durchsuchte, wohl auf der Suche nach den 70 CUP, die sie mir gegeben hatte. Die hatte ich aber sicher bei mir. Bevor ich wieder einstieg fragte ich einen der Passanten, nach dem Weg. Die Antworten waren nur schwer zu verstehen für mich, aber es gab’ mir schon einmal eine grobe Richtung an. Nachdem wir ein paar weitere Straßen gefahren waren, stiegen wir jetzt alle aus, um nach den Weg zu fragen. Die Negras waren schon fast am Ziel. Nach ein paar weiteren Blöcken wollten sie dann aussteigen, und war ganz froh’ sie endlich loszusein. Ich war noch lange nicht am Ziel. Ich kurvte noch eine ganze Weile orientierungslos herum. Ich parkte mein Auto, um mal auszusteigen und ein Straßenschild zu lesen, um irgendeinen Anhaltspunkt dafür zu finden, wo ich denn eigentlich war. Eine Chica sprach mich an. Sie sagte, dass es recht gefährlich sei, was ich da machte, so alleine als Tourist mit Mietwagen in einer fremden Gegend abseits von den bewachten Touristengegenden. Sie bot mir an, mir bei der Suche nach meiner Zieladresse zu helfen. Wir fuhren ein Stück zusammen. Sie lotste mich in die richtige Gegend, und dort fragte sie dann noch einmal nach. Ich war wirklich froh, als wir ca. 20:30 Uhr am Haus von Yanara ankamen. Die Überraschung war groß, dass ich überhaupt noch gekommen bin. Sie hatte schon nicht mehr mit mir gerechnet. Wir luden Yanara ins Auto ein, um die Chica zu ihrem Haus zu bringen. Nachdem Yanara und ich dann wieder zurück bei ihrem Haus waren, lernte ich dann ihre Familien kennen. Es wurde ein Abendessen zubereitet, ich fuhr mit Yanara noch einmal zu einer Bude, um eine Flasche Havanna Club zu kaufen. Ihre Großmutter stellte sich als große Zigarren-Liebhaberin heraus, und so schenkte ich ihr eine der Robainas, die ich in Pinar del Rio erstanden hatte. Es war noch ein gemütlicher Abend, an dem Yanara und ich dann noch vor der ganzen Familie Salsa tanzen mussten. Schließlich war ich im August ihr Schüler, und sollte mal zeigen, wie ein Yuma aus Deutschland Salsa tanzt. Es war also noch ein gemütlicher Abend geworden, und als es dann zu Bett gehen sollte, fand sich „el viejo“, ein älterer Herr, der auch irgendwie zur Familie gehörte, bereit, mein Auto zu bewachen. Das sah’ so aus, dass er sich mit einer Machete bewaffnet auf den Beifahrersitz ins Auto setzte, den Sitz herunterließ und das Auto von innen verriegelte. Das Auto hatte ich in dem offenen Autostellplatz so dicht an der Wand geparkt, dass die Türen auf der Fahrerseite nicht geöffnet werden konnten. Es waren nur die Türen auf der Beifahrerseite überhaupt zugänglich. Wir stellten bald fest, dass „el viejo“ dort schnell eingeschlafen war. Wir alle im Haus taten es ihm gleich.
Freitag (letzter Tag)
Am nächsten Morgen stellte ich einige Veränderungen fest. Neben dem Auto war der Hund angebunden. Eine kleine junge verspielte Flohschleuder, die sich immer freute, wenn jemand vorbeikam. Nicht wirklich furchterregend, aber laut! Was war geschehen? Zwei Leute hatten in der Nacht versucht, in das Auto einzudringen. Davon ausgehend, dass „el viejo“ tatsächlich die ganze Nacht im Auto gewesen ist, um es zu „bewachen“, hat er also von all’ dem nichts bemerkt. Die Mutter muss es wohl gemerkt haben, und den Hund als Alarmgeber neben dem Auto angebunden haben. Die Leute schienen nicht erfolgreich gewesen zu sein. Es war wie schon in Ciego de Avila. Es fehlte nichts. Das Werkzeug, der Reservereifen, das Radio…..alles war noch da. Nach dem Frühstück fuhr ich mit Yanara nach Havanna-Vieja. Ich hätte das Auto erst gegen Mittag am Hotel Sevilla abgeben müssen, aber wir fuhren direkt dorthin. Ich parkte das Auto vor dem Hotel, und ging hinein um den Schlüssel zu übergeben, und meine Kaution wieder entgegenzunehmen. Der Angestellte interessierte sich wenig bis gar nicht für den Zustand des Autos. Es interessierte ihn keine Schramme (und davon hatte das Auto reichlich!), und auch nicht das beschädigte Türschloss auf der Fahrerseite. Er las’ lediglich den neuen KM-Stand ab. Ich hatte in den 15 Tagen, wo ich das Auto hatte, ca. 2.900 KM zurückgelegt. Yanara und ich gingen noch ein bisschen in Havanna-Vieja umher, besuchten die Dueña des Casas Particulars, in der ich in der ersten Nacht nicht unterkommen konnte, und besuchten noch ein paar Freunde von Yanara. Wir gingen noch auf einen Souvenir-Markt, wo ich eine CD und zwei Ledergürtel kaufte. Yanara hatte mir einen Nachbarn organisiert, der mich am Abend von ihrem Haus aus zum Flughafen fahren würde. Dafür war ein Preis von 10,- CUC ausgehandelt worden. Genau diese 10,- CUC plus die 25,-CUC für die Ausreisesteuer hatte ich noch übrig von meinem Geld, nachdem ich die Sachen vom Souvenir-Markt erworben hatte. Wir mussten irgendwann noch einmal von Havanna-Vieja zurück zu Yanaras Haus. Ich hatte ja noch die 70,- CUP, von der Negra, die ich ein Tag zuvor mitgenommen hatte. Von diesem Geld erstanden wir uns noch eine Pizza und eine Refresco de la calle. Am Nachmittag gingen wir dann zum Parque de la Fraternidad, wo die Busse und die Taxistas Leute mitnahmen. An diesem Tag musste es wohl eine Demo oder ein Baisbol-Spiel gegeben haben. Auf jeden Fall war ganz Havanna auf diesem Platz versammelt, die alle die selbe Idee hatten, wie wir, nämlich die, ein Fahrzeug nach Hause zu bekommen. Yanara war mit dem ganzen Prozedere schon vertraut, und blieb ziemlich gelassen. Ich hingegen dachte, wir würden uns in irgendeine lange Cola anstellen müssen, und bei warmen kubanischem Wetter warten müssen, bis ich mein Flugzeug langsam verpasst hätte. Es klappte aber dann doch besser, als ich befürchtet hatte. Nach einigen Fehlversuchen, einen Taxista zu bekommen, kam irgendwann ein passender Bus, und Yanara und ich zwängten uns irgendwie hinein. Für einen Peso Nacional fuhren wir Richtung von Yanaras Haus. Überflüssig, zu erwähnen, dass wir wie die Ölsardinen in diesem Bus gezwängt waren. An vielen Stellen, wo der Bus noch hielt, konnten nur so viele Leute zusteigen, wie an dieser Stelle auch ausgestiegen sind. Ich war wohl der einzige Yuma in diesem Bus, und lernte so einen typischen Ausschnitt des kubanischen Lebens kennen. Es war auf jeden Fall eine Stadtbesichtigung ohne klimatisierten Reisebus, und eine interessante Erfahrung! Ohne Yanara wäre ich vollkommen verloren gewesen! Allein um zu verstehen, welcher Bus denn der Richtige war, und wie wir in den Bus gekommen sind, ohne in irgendeiner Cola warten zu müssen. Das hat sie wirklich schon super geregelt! Von der Bushaltestelle hatten wir noch ein paar Schritte zu Fuß zu ihrem Haus. Es war inzwischen gut 17:00 Uhr. Der Nachbar mit dem Auto zum Flughafen war für 20:30 Uhr bestellt, der Flug ging dann um 23:00 Uhr. Der Nachbar war sogar einigermaßen pünktlich! Yanara stieg auch mit ein. Wir verstauten meine Rucksäcke im Kofferraum, und fuhren zum Flughafen. Trotz der geöffneten Fenster des Autos, war der Innenraum erfüllt vom Duft der Abgase. Ich hoffte nur, dass der Nachbar ausreichend Benzin getankt hatte, da die Tanknadel etwas ganz anderes sagte. Die Fahrt ging dann aber ohne Probleme. Auch die Polizeistreife (die Blauen mit den Motorrädern) behelligten uns nicht. Als wir am Flughafen ankamen, hielten wir bei den Llegadas, und nicht bei den Salidas. Wir stiegen aus, und holten meine Rucksäcke aus dem Kofferraum. Der Nachbar drängte auf eine schnelle und kurze Abwicklung, um nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, und wollte außerhalb des Taxis meinen 10,- CUC Schein gar nicht annehmen. So gab ich den an Yanara, von der ich mich kurz, und relativ hektisch verabschiedete. Ich ging hoch zu den Salidas, checkte ein, bezahlte meine Ausreisesteuer und ging in den Wartebereich.
Das war er also, mein Kuba-Urlaub, auf eigene Faust und ohne deutsche Begleitung. Ich hatte mir ein grobes Programm vorgenommen, und das hab’ ich einfach mal durchgezogen, fast ohne irgendwelche Chica-Geschichten. Ich habe versucht aus meiner Situation das Beste zu machen, und ich denke, dass es mir im Groben auch gelungen ist.
Fin
kleine Legende/Bemerkungen:
- CUC = Peso Convertible (nachfolger vom Dollar, entspricht diesem und dem EUR in etwa)
- CUP = Peso Cubano (Peso Nacional, Währung der Kubaner, Verhältnis CA. 1 CUC = 24CUP, man kommt nicht allzuweit damit)
Ich habe mir erlaubt, die Namen zu ändern. Ich hoffe, es stört nicht allzusehr!
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13.09.2006, 14:25
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Meine kleine Rundreise (Okt. 2005) Beitrag #3
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 13.09.2006
Ort: Fürth/Bay.
Beiträge: 6
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Danke, Joergos, für Deine Geschichte. Ich habe sie mit Interesse ganz durchgelesen, auch wenn mich die unterschwellig andauernd mitschwingende Unzufriedenheit gestört hat. - Wieviel hast Du denn in Kuba ausgegeben?[/*:m:37pckq81]
- Wo sind denn die Fotos zu sehen?[/*:m:37pckq81]
- Cocker :wq
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27.09.2006, 11:53
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Meine kleine Rundreise (Okt. 2005) Beitrag #4
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Benutzer
Registriert seit: 23.06.2005
Ort: Paderborn
Beiträge: 68
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Hallo Cocker68,
also: Habe mal zusammengerechnet:
Ich habe ca. 1.700,- CUC im Urlaub verbraten,
darin enthalten waren dann 750,- CUC für den Mietwagen.
Dazu kommen dann noch der Flug, ein paar Bahnfahrkarten
und die Touristenkarte.
Ich erinnere es jetzt nicht so ganz genau, aber das mögen noch mal ca. 700,- EUR gewesen sein.
Fotos gibt es im Internet leider nicht zu bewundern. Ich habe selbstverständlich einige, aber ich gebe zu, dass ich zu faul bin,
sie irgendwo einzustellen.
Gruss
Joergos
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